Eingangsbereich der Sana Klinik auf Fehmarn. © Foto Sana

Ameos will Sana-Kliniken Ostholstein übernehmen

Stand: 16.09.2021 17:05 Uhr

Für die Sana-Kliniken in Ostholstein soll es ab Januar 2022 unter einem neuen Eigentümer weitergehen. Wie der Schweizer Ameos-Konzern am Mittwoch mitteilte, will er die Kliniken Eutin, Middelburg, Oldenburg und Fehmarn übernehmen.

Minderheitsgesellschafter bleibt dann der Kreis Ostholstein mit 5,2 Prozent der Anteile. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Bundeskartellamtes. Das teilte auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein mit, dass noch kein offizieller Genehmigungsantrag gestellt wurde. Der Ameos-Regionalgeschäftsführer Stephan Freitag teilte schriftlich mit, dass die Anmeldung der Transaktion beim Kartellamt in Kürze erfolgen soll. Es seien keine kartellrechtlichen Bedenken zu erwarten.

Schon vor gut drei Jahren wollte die Schweizer Ameos-Gruppe die Sana-Krankenhäuser in Ostholstein übernehmen. Und Sana wollte sie auch abgeben. Doch das Bundeskartellamt untersagte die Übernahme. Laut Stephan Freitag von Ameos Nord führt die vorgesehene Transaktionsstruktur dazu, dass die kartellrechtlichen Bedenken jetzt ausgeräumt werden können.

Wie geht es für Beschäftigte weiter?

Er freue sich darauf, die stationäre Versorgung in Ostholstein gemeinsam mit den neuen Kollegen weiter zu entwickeln, betonte der Ameos-Vorstand. Unklar ist allerdings, was die Übernahme konkret für die Arbeitsbedingungen der mehr als 1.000 Beschäftigten heißen würde und wie es mit der Eutiner Klinik weitergeht, die wegen maroder Leitungen seit Jahren mit massiven Wasserschäden zu kämpfen hat. Auf Anfrage teilte Ameos Nord mit, dass "im Rahmen neuer Konzepte und der Bereitstellung neuer Angebote für die Region, von der Schaffung neuer Arbeitsplätze auszugehen" sei.

Es könnte zudem noch mehr Bewegung in die Krankenhauslandschaft kommen: Der Sana-Konzern plant offenbar, seine Regio-Kliniken in Pinneberg und Elmshorn bis 2030 zusammenzulegen. Die Geschäftsführung sagte NDR Schleswig-Holstein, man wolle Doppelstrukturen abschaffen und mehr auf Spezialisten setzen. Das gehe nur in größeren Teams und an einem Standort. Welcher das sein könnte, ist noch unklar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.09.2021 | 08:30 Uhr

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