Stand: 02.09.2020 14:19 Uhr

Neuer Mast für alten Dampfer

von Lukas Knauer

Der Salondampfer "Alexandra" ist das schwimmende Wahrzeichen Flensburgs und war monatelang mehr oder weniger verhüllt. Viele fleißige Hände haben in der Corona-Zeit das Hauptdeck komplett erneuert und die hölzernen Aufbauten frisch lackiert. Die 112 Jahre alte Dame strahlt nun in nie dagewesenem Glanz. Den Höhepunkt und Abschluss der Außenarbeiten, markierte am Mittwoch der neue Mast, der am Mittag "gesetzt" wurde - wie die Fachleute sagen.

Mit dem Mastenkarren über die Promenade

Zuerst kam der etwa 13,5 Meter lange Mast an den Haken eines großen Baukrans, wurde nach oben gezogen und dann senkrecht in die vorgesehene Verankerung im Deck der Alexandra gesetzt. Stabilisert wurde er dann mit Holzkeilen. Drei Monate haben Mitarbeiter der Robbe und Berking Werft in Flensburg den Mast gebaut. Kosten: rund 35.000 Euro. Am Morgen schoben Werft-Azubis den Mast auf einem Mastenkarren, die etwa 2,5 Kilometer von der Werft im Flensburger Industriehafen, über die Promenade zum Ankerplatz der Alex - alles mit reiner Muskelkraft.

Alter Mast aus Vollholz, neuer Mast innen hohl

Der Mast wird von mehreren Personen an de Bord der Alexandra an die richtige Stelle manövriert. © NDR Foto: Lukas Knauer
AUDIO: Salondampfer "Alexandra" hat einen neuen Mast (2 Min)

Der alte Mast musste ausgetauscht werden, weil immer wieder Wasser vom Deck der Alexandra ins Schiffsinnere lief und so der untere Teil langsam morsch wurde. "Der neue Mast ist nicht wie der vorherige aus Vollholz, sondern wurde in Stücken verleimt, das heißt er ist leichter, hat auch eine größere Stabilität und ist innen hohl", sagt Kapitän Günter Herrmann. Seit 20 Jahren steht der pensionierte Wasserschutzpolizist am Steuer der "Alex". Er ist einer der vielen Ehrenamtler, die sich um den alten Dampfer kümmern.

"Alexandra" in der Corona-Zeit hübsch gemacht

Für sie waren die letzten Monate natürlich richtig hart. Wegen Corona blieb die Alexandra im Hafen, Ausflugs- und Charterfahrten wurden abgesagt, "wir konnten die Hygienebestimmungen nicht einhalten, außerdem gehören fast alle unserer Ehrenamtler zur Risikogruppe - deshalb wollten wir die Zeit nutzen und die Alexandra wieder hübsch machen", sagt Kapitän Günter Herrmann. Die Arbeiten sind allerdings noch nicht abgeschlossen - im Innern des Schiffes wird noch immer geschliffen, lackiert und geölt, was das Zeug hält. "Die Gesamtkosten für die Sanierung können wir noch nicht beziffern, wir rechnen aber mit einem sechsstelligen Betrag", sagt Kapitän Herrmann. Erst vor zwei Jahren wurde der Alex unter anderem ein neuer Kessel für rund 900.000 Euro eingebaut.

Besichtigung am Tag des offenen Denkmals

Auch wenn es in diesem Jahr keine Ausflugs- und Charterfahrten mehr geben wird, blickt Günther Herrmann positiv in die Zukunft: "Die Saison ist verloren, aber wenn ich jetzt sehe, wie schön das geworden ist, der Mast ist jetzt drin und die Alexandra endlich wieder ein richtiges Schiff, dann geht mir das Herz auf." Wer sich von der Sanierung der Alexandra ein Bild machen möchte, kann die alte Dame bald besichtigen. Am 13. September ist Tag des offenen Denkmals, dann dürfen auch erstmals wieder Besucher auf den alten Salondampfer Alexandra im Flensburger Hafen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 02.09.2020 | 12:00 Uhr

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