Stand: 21.03.2019 07:42 Uhr

Albrecht zu Asche in Wedel: Schuld nicht bewiesen

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat am Mittwoch Anwohner des Kohlekraftwerks Wedel (Kreis Pinneberg) besucht. Es ging um Aschepartikel aus dem Kraftwerk. Laut einem Gutachten, das Anwohner in Auftrag gegeben hatten, verätzen die grauen Flocken Autolack und Terrassendächer.

Das Kohlekraftwerk Wedel aus der Vogelperspektive.  Foto: Daniel Bockwoldt

Plage: Streit um Ausstoß aus Kraftwerk

Panorama 3 -

Partikel aus dem alten Kohlekraftwerk in Wedel sollen Lackschäden an Autos verursachen. Der Partikelausstoß müsste laut Aufsichtsbehörde gemindert werden, doch die Maßnahmen reichen nicht aus.

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Albrecht: Können nur bei eindeutigen Beweisen aktiv werden

2018 hatte ein Gutachten, das von Vattenfall in Auftrag gegeben worden war, die Partikel als weder gesundheits- noch umweltschädlich eingestuft. Das Umweltministerium sah damals in den Ergebnissen des Berichts keine Anhaltspunkte dafür, dass der Betrieb des Kraftwerks umweltschädliche Auswirkungen haben könnte. Aber Minister Albrecht räumte nach seinem aktuellen Besuch ein, dass es naheliegend sei, dass die Schäden auf den Autos von den Partikeln stammten. Nur könne die Schuld nicht eindeutig bewiesen werden. "Uns ist es von Seite des Landesamtes noch nicht gelungen, Vattenfall das eindeutig nachzuweisen, dass die Schäden in einem erheblichen Maße aus diesen Partikeln kommen. Sollte sich an dem Zusammenhang eine neue Sachlage ergeben, dann halte ich es für absolut richtig, dass das Landesamt auch Vattenfall entsprechende Maßnahmen auferlegt und auch weitere Untersuchungen anfordert", sagte er. Das Kraftwerk soll bis 2022 abgeschaltet werden.

Erste Berichte über Flugasche aus dem Schornstein des Wedeler Kohlekraftwerks hatte es im Sommer 2016 gegeben. Engagierte Bürger hatten sich daraufhin in der Initiative zusammengeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.03.2019 | 07:00 Uhr

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