Stand: 04.10.2019 13:13 Uhr

Albrecht sieht Deiche für kommende Sturmfluten gerüstet

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Das Land bereitet sich auf kommende Sturmfluten vor und verstärkt die Deiche - so wie auf Nordstrand.

Jährlich gibt Schleswig-Holstein Millionen für den Küstenschutz aus. Deiche werden verstärkt, Sand wird vorgespült. So bereitet sich das Land auf kommende Sturmfluten vor. Nun ist die Deichverstärkung bei Dagebüll im Kreis Nordfriesland fast fertig. Der rund einen Kilometer lange Bauabschnitt wurde seit 2016 verstärkt. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) war am Freitag vor Ort, um die Arbeiten zu besichtigen.

Nach seiner Einschätzung können Schleswig-Holsteins Deiche auch bei einem Anstieg des Meeresspiegels von bis zu zwei Metern Sturmfluten trotzen. Mit dem derzeitigen Klimazuschlag und dem Konzept des Klimadeiches könne in zwei bis drei Bauphasen eine entsprechende Sturmflutsicherheit der Deiche erhalten werden, sagte der Umweltminister. Bereits jetzt sei die Sturmflutsicherheit an den Küsten bis zum Ende dieses Jahrhunderts gewährleistet.

Kleiboden für die Abdeckung

Der sogenannte Klimadeich ist ein flacher Erdwall mit einer fünf Meter breiten Deichkrone an der Spitze. Er besteht aus einem Kern aus Sand mit einer bis zu zwei Meter dicken Abdeckung aus Kleiboden - das ist ein besonders schwerer und fester Boden, der zusätzlich noch durch Grasbewuchs gegen Wind- und Wassererosion gesichert wird.

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Schutzdeiche von insgesamt 433 Kilometern Länge

Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz liegt an der Nordseeküste etwa ein Viertel der Fläche weniger als fünf Meter über dem Meeresspiegel und könnte so bei einer extremen Sturmflut überschwemmt werden. Um das zu verhindern, stehen an den Küsten und Ufern der Gewässer insgesamt 433 Kilometer Landesschutzdeiche in erster Reihe. Von ihnen müssen nach Angaben des Umweltministeriums aktuell noch rund 80 Kilometer verstärkt werden, davon knapp 62 Kilometer an der Nordseeküste und im Bereich der Elbe sowie knapp 20 Kilometer an der Ostsee.

77 Millionen Euro für den Küstenschutz 2019

Seit 1962 hat Schleswig-Holstein insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro in den Küstenschutz investiert. Davon seien 2,3 Milliarden Euro für den Neubau und die Verstärkung zur Verfügung gestellt worden, sagte Ministeriumssprecher Joschka Touré: "2019 stehen insgesamt circa 77 Millionen Euro zur Verfügung."

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.10.2019 | 19:30 Uhr

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