Stand: 13.12.2019 19:00 Uhr

Albrecht fordert Entschädigungen für Fischer

Seit die EU vor knapp zwei Monaten bekanntgegeben hat, dass die Fangquoten für Hering und Dorsch im kommenden Jahr stark sinken werden, gibt es Prämien für Fischer, die ihren Betrieb vorübergehen stilllegen und somit die betroffenen Fischarten schützen. In den Augen von Schleswig-Holsteins Fischereiminister Jan Phillip Albrecht (Grüne) greift diese Maßnahme zu kurz: Seiner Meinung nach ist es unumgänglich, dass insgesamt weniger Fischer auf der Ostsee unterwegs sind. Und dafür sei das bisherige Prämienangebot nicht genug. Mit seinem Amtskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), fordert Albrecht, dass Fischer angemessene Entschädigungen bekommen, wenn sie ihren Betrieb endgültig aufgeben.

Albrecht: Angebot muss für Fischer attraktiv sein

Ihre Forderung haben die beiden Politiker in einem Positionspapier formuliert, das sie an Bundesfischereiministerin Julia Klöckner (CDU) adressiert haben. Der Bund hat die Mittel dafür zwar schon bereitgestellt. Von Klöckner erwarten Albrecht und Backhaus, dass sie sich dafür einsetzt, dass auch die EU für endgültige Stilllegungen zahlt. "Zu denen sind auch viele Fischer bereit", sagte Albrecht im Interview mit dem NDR Schleswig-Holstein. "Aber dazu müssen eben diese Prämien für dauerhafte Stilllegungen genehmigt werden und auch ausreichend sein." Dabei sei aber wichtig, dass die Entschädigung nicht um bisher gezahlte Prämien für vorübergehende Stilllegungen gemindert wird.

Bislang 38 Stilllegungen in diesem Jahr

Die neuen Fangquoten sind ein harter Schlag für die Fischer. Manche sehen sogar ihre Existenz bedroht. Albrecht und Backhaus wünschen sich, dass jeder Fischer, je nach Größe seiner Kutter, zwischen 50.000 Euro und 850.000 Euro bekommt. Die Prämie für eine befristete Stilllegung haben in diesem Jahr bislang 38 Ostseebetriebe in Schleswig-Holstein bekommen. Insgesamt sind das 456.000 Euro, die je zur Hälfte von der EU und vom Bund bezahlt wurden. Der EU-Fischereirat kommt Anfang der Woche in Brüssel zusammen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.12.2019 | 20:15 Uhr

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