Stand: 07.10.2019 10:16 Uhr

Albrecht: Ziviler Ungehorsam trifft die Falschen

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Jan Philipp Albrecht spricht sich für friedliche Proteste gegen den Klimawandel aus.

Das Klima-Aktionsbündnis "Extinction Rebellion" hat weltweit Aktionen des zivilen Ungehorsams angekündigt. In Berlin-Tiergarten legten Demonstranten bereits am Montagmorgen mit einer Sitzblockade den Verkehr lahm. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Die Grünen) hält zivilen Ungehorsam aber nicht für den richtigen Weg, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Es gebe schon eine große Mehrheit in der Bevölkerung, die ein konsequentes Handeln beim Klimaschutz fordert, sagte Albrecht auf NDR Info. Der politische Druck sei deshalb bereits hoch - und müsse nun umgesetzt werden.

"Dem Klima ist es egal, was wir politisch machen"

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Die Grünen) bei einer Rede im Landtag. © dpa picture alliance Foto: Carsten Rehder

Albrecht: Ziviler Ungehorsam ist der falsche Weg

NDR Info -

Schleswig-Holsteins Umweltminister Albrecht hat auf NDR Info das Klimabündnis "Extinction Rebellion" kritisiert. Ziviler Ungehorsam richte sich gegen die Bevölkerung, nicht die Politik.

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"Es ist absolut richtig, wenn sich junge Leute in solchen Netzwerken, in Klima-Camps, engagieren. Aber es braucht dazu keine Maßnahmen, die Druck auf die eigene Bevölkerung ausüben", sagte der Grünen-Politiker. Nicht nur die sei nämlich schon längst überzeugt, dass sich was tun muss: "Die Wissenschaft spricht da eine klare Sprache."

Die Menschen, die jede Woche auf die Straße gehen, müssten endlich ernst genommen werden. "Dem Klima ist es egal, was wir politisch machen. Wenn es uns nicht gelingt, die Treibhausgase zu reduzieren und den Klimawandel aufzuhalten, dann werden wir viel heftigere Verwerfungen in der Gesellschaft erleben. Da wird es nicht nur um Zivilen Ungehorsam gehen, sondern möglicherweise um militärische Auseinandersetzungen."

Albrecht: Klimaschutzpaket ist eine "Bankrotterklärung"

Die Bundesregierung müsse endlich handeln. Das, was sie vorgelegt habe, sei eine Bankrotterklärung. Die Kritik an den Klimaforderungen der Grünen weist Albrecht zurück. Die erhöhte CO2-Bepreisung von 40 Euro pro Tonne würde an die Bevölkerung zurückgegeben. "Diejenigen, die mehrere Familienmitglieder ernähren, werden enorm profitieren", so Albrecht. Belastet würden Unternehmen, die an fossilen Energieträgern festhalten. Die Grünen würden damit einen Anreiz schaffen, auf erneuerbare Energien umzustellen. Die Vorschläge der Bundesregierung hingegen setzen laut dem Grünen-Politiker darauf, dass es wirtschaftlicher ist, fossile Energien zu nutzen. Das sei der falsche Weg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 07.10.2019 | 07:08 Uhr

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