Eine Spritze holt Flüssigkeit aus einem Behälter dahinter sind Symbole von Viren. © picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

Ärger um Impfstoff-Misere in Schleswig-Holstein

Stand: 28.01.2021 13:12 Uhr

Die Planungen für ein rasches Spitzentreffen zur Lösung der Corona-Impfmisere werden immer konkreter. Die Bundesregierung hat sich für einen solchen Impfgipfel mit den Ministerpräsidenten und der Pharmaindustrie ausgesprochen.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung steht dem skeptisch gegenüber. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte, eine Runde, wo man einfach ein bisschen zusammensitzt, um über das Thema zu reden, wie eine Ministerpräsidentenkonferenz es wäre, bringe überhaupt nichts. Die Fronten würden nicht aufgelöst, wenn man sich im Kreise der Ministerpräsidenten darüber austauscht.

Günther: Keine zielgerichtete Diskussion

Seiner Meinung nach bringt ein Gipfel nur etwas, wenn diejenigen an einem Tisch sitzen, die das Problem auch lösen können. Nach Ansicht von Günther liegt es in der Verantwortung des Bundes gemeinsam mit der Europäischen Union und den Unternehmen, zu überlegen, wie die Produktionskapazitäten schnell aufgebaut werden können. Günther kritisierte, die Diskussion werde in Deutschland zurzeit nicht sehr zielgerichtet geführt. Die derzeitige Situation nannte er unbefriedigend: Das Thema Impfstoff sei ein extrem wichtiges, das gelöst werden müsse.

Garg fordert vom Bund entschlosseneres Vorgehen

So sieht es auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Er spricht von Schreckensmeldungen und verlangt von Bund und EU mehr Anstrengungen, um den Impfstoff zu bekommen. Entsetzt reagierte Garg auf die Twitter-Meldung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach bei der Knappheit des Impfstoffes noch mindestens zehn harte Wochen bevorstünden. "Ich glaube, dass das der Bevölkerung nicht mehr zuzumuten ist", sagte Garg. "Mich ärgert, dass die deutsche Bevölkerung seit Tagen aus dem Bundeskanzleramt ständig neue Hiobsbotschaften erhält." Dieser Zustand sei aus seiner Sicht gesellschaftlich keine zehn Wochen mehr auszuhalten, sagte Garg.

Weitere Informationen
Eine Kanüle steckt in einem Fläschchen mit Impfstoff. © Colourbox Foto: Proxima Studio

Weniger Impfstoff: SH vergibt weiter keine neuen Termine

Stattdessen sollen jetzt vor allem die Zweit-Impfungen durchgeführt werden. Die vereinbarten Termine dafür finden statt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.01.2021 | 12:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, setzt sich im Plenarsaal des Landtags einen Mund-Nasen-Schutz auf. © picture alliance/dpa | Axel Heimken Foto: Axel Heimken

So wird die Landesregierung in der Corona-Krise beraten

Zehn Wissenschaftler werden von Ministerpräsident Günther und Co. immer wieder um ihre Meinung gebeten. Ein Überblick. mehr

Videos