Blick auf die vergitterten Fenster der Haftzimmer in der Abschiebungshafteinrichtung Glücksstadt. © dpa-Bildfunk Foto: Marcus Brandt

Abschiebehaftanstalt für Nord-Länder Mitte August fertig

Stand: 22.07.2021 11:54 Uhr

In Glückstadt im Kreis Steinburg können die Behörden bald die neue Abschiebehaftanstalt für abgelehnte Asylbewerber nutzen. 60 Plätze wird es geben. Beteiligt sind auch Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Abschiebehaftanstalt soll Mitte August in Betrieb genommen werden. Dies bestätigte das Innenministerium Schleswig-Holstein. Eigentlich war der Start schon im vergangenen Jahr geplant gewesen. Aber wegen der Corona-Pandemie hatten sich Bauarbeiten verzögert. So gab es Personalengpässe auf der Baustelle und auch verstärkte Hygienevorkehrungen hatten die Arbeiten verzögert, heißt es. Jeder der drei beteiligten Länder kann in Glückstadt auf einem ehemaligen Kasernengelände 20 abgelehnte Asylbewerber in Asylhaft schicken.

Viel Kritik an der Einrichtung

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gehen an einer Außenmauer der Abschiebehaftanstalt vorbei. © dpa-Bildfunk Foto: Marcus Brandt
Nach Corona-Verzögerungen soll die gemeinsame Haftanstalt für abgelehnte Asylbewerber Mitte August in Betrieb gehen.

Die Entscheidung der Jamaika-Koalition in Kiel für eine neue Abschiebehafteinrichtung hatte im Norden Kritik von Verbänden und SPD ausgelöst. Deren damaliger Fraktionschef Ralf Stegner warf den Grünen 2018 in einer erregten Landtagsdebatte vor, sie hätten sich von einer humanitären Flüchtlingspolitik abgewandt. Die Grünen konterten, mit einer Einrichtung im eigenen Land könne die Regierung für humanitäre Haftbedingungen sorgen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.07.2021 | 10:30 Uhr

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