Stand: 21.06.2019 08:12 Uhr

Abschiebehaft in Glückstadt ist beschlossene Sache

In Glückstadt im Kreis Steinburg wird es künftig eine Abschiebehafteinrichtung geben. Das hat der Bauausschuss am Donnerstagabend entschieden. Die Zustimmung war reine Formsache, denn die Stadtvertreter konnten die Pläne des Landes nicht mehr verhindern - höchstens verzögern. In der Einrichtung in der ehemaligen Marinekaserne werden insgesamt maximal 60 Menschen untergebracht, die aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben werden sollen.

Betonmauer und Zäune

Nach Angaben des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein wird sich die Einrichtung an der eines Gefängnisses orientieren. Sie wird von einer sechs Meter hohen Betonmauer umgeben, die Tag und Nacht angeleuchtet und von Kameras überwacht werden soll. Zusätzlich sind vier Meter hohe Zäune geplant, die eine Annäherung an die Mauer verhindern.

Schwierige Entscheidung für Ausschussmitglieder

Die Ausschussmitglieder haben sich den Beschluss nicht leicht gemacht. Siegfried Hansen von der Fraktion "Wir für Glückstadt" sagte, es habe in sieben Jahren Kommunalpolitik keine Entscheidung gegeben, die ihm schwerer gefallen sei als diese. Auch im Landtag hatten die Pläne für Glückstadt für Diskussionen gesorgt.

Mit der Einrichtung soll verhindert werden, dass Migranten, die über keinen Aufenthaltsstatus verfügen und in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen, im letzten Moment untertauchen. Das Land Schleswig-Holstein plant, das Gebäude 2020 zu eröffnen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.06.2019 | 08:00 Uhr

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