Stand: 02.01.2017 16:10 Uhr

AKW Brunsbüttel: Ein langer Weg bis zum Abriss

Betreiber Vattenfall bereitet den Rückbau des abgeschalteten Atomkraftwerk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) weiter vor. Damit das AKW als erstes der drei Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein zurückgebaut werden kann, müssen vorher alle Brennelemente entfernt werden. Vattenfall hatte Ende November damit begonnen, die ersten abgebrannten Brennelemente in einen Castor-Behälter zu verladen. Mehr als 500 dieser Brennelemente dürfen zunächst auf dem AKW-Gelände zwischengelagert werden. Das Zwischenlager gilt als sicherstes Gebäude auf dem Betriebsgelände in Brunsbüttel. Für jeden weiteren Castor ist eine neue Genehmigung vom Umweltministerium erforderlich. Wie lange es dauert, alle 570 Brennelemente in Castoren umzulagern, steht noch nicht fest.

Immer noch Bergung rostiger Fässer

Außerdem gibt es im AKW noch eine weitere Baustelle: Die Mitarbeiter bergen immer noch rostige Atommüllfässer aus den unterirdischen Lagerräumen. Sie werden an der Oberfläche in einer Heizkammer getrocknet. "Die Ursache ist, dass feuchtes Material eingefüllt worden ist. Das hat den Rost ausgelöst", sagte Umweltminister Robert Habeck im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord. Ein Kran und unterschiedliche Greifwerkzeuge sollen sicherstellen, dass bei dem Transport kein Atommüll austritt.

Ein Drittel der insgesamt 630 Fässer ist mittlerweile umgelagert worden. Die ersten beiden der insgesamt sechs Kavernen am AKW Brunsbüttel sind leer. Nach einer Pause während der Feiertage gehen die Arbeiten in dieser Woche weiter. Nach Angaben von Minister Habeck soll die Bergung in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Vor vier Jahren war auf dem Gelände des AKW Brunsbüttel das erste rostige Atommüllfass entdeckt worden. Mitarbeiter der Atomaufsicht stellten dann fest, dass 154 der Atommüllfässer beschädigt sind.

Abriss-Entscheidung wird für 2018 erwartet

Derzeit verfügt das Zwischenlager in Brunsbüttel über keine atomrechtliche Genehmigung. Es arbeitet mit einer bis 2018 befristeten Duldung der Atomaufsicht. An diesem Verfahren halten die Kontrolleure fest. Sie erwarten, dass bestehende Sicherheitsbedenken im erneuten Genehmigungsverfahren durch das Bundesamt für Strahlenschutz ausgeräumt werden. Die Entscheidung über eine Abrissgenehmigung wird für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 erwartet. Der Antrag wird derzeit im Umweltministerium bearbeitet. Der Reaktor in Brunsbüttel ist seit 2007 infolge von Pannen vom Netz.

Weitere Informationen

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Das Atomkraftwerk Brunsbüttel ist als "Pannen-Meiler" in die Geschichte eingegangen. Seit 2007 wird dort kein Strom mehr produziert. Ein Kurzschluss hatte das Ende eingeleitet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.01.2017 | 16:30 Uhr

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