Stand: 29.07.2020 15:27 Uhr

A20-Weiterbau startet voraussichtlich mit neuem Elbtunnel

Arbeiter entfernen vor der A20-Eröffnung letzte Hindernisse © dpa Foto: Carsten Rehder
Von den geplanten 112 Kilometern der A20 in SH sind gerade einmal 39 gebaut.

Von den geplanten 112 Kilometern der A20 in Schleswig-Holstein sind gerade einmal 39 gebaut. Fledermäuse, Seeadler und wasserrechtliche Probleme verhinderten bislang den Weiterbau - auch Klagen von Kommunen und von Umweltverbänden führten immer wieder zu Verzögerungen und Baustopps. Ein wichtiger Abschnitt ist das Stück von der A23 bis zur B431 bei Glückstadt - als Voraussetzung für den Bau des Elbtunnels. Dafür hat die Projektgesellschaft Deges, die vom Land mit der Realisierung der Autobahn beauftragt wurde, den dritten Planänderungsantrag eingereicht. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte am Mittwoch, damit sei ein wichtiger Zwischenschritt erreicht und für den Abschnitt rücke der Neubau der Autobahn ein Stück näher.

Buchholz: Fertigstellung weiter für 2030 vorgesehen

"Wir rechnen damit, dass wir als erstes Baurecht bekommen für den Tunnel selbst", sagte der Deges-Bereichsleiter Bernd Rothe. Der Bau des Milliardenprojekts westliche Elbquerung kann erst losgehen, wenn auch für die anschließenden Teilstücke auf niedersächsischer und schleswig-holsteinischer Seite Baurecht vorliegt. Rothe setzt darauf, dass dies 2022 für alle Abschnitte der noch fehlenden 80 Kilometer Autobahn bis zur Elbe in Schleswig-Holstein der Fall ist.

Buchholz sagte, die Planungen würden trotz der Corona-Pandemie mit Hochdruck vorangetrieben. Der Minister rechnet damit, dass 2030 das Gesamtbauwerk A20 durch Schleswig-Holstein befahren werden kann. Laut Deges wurde im Vorfeld versucht, mögliche Konflikte auszuräumen, unter anderem durch zwei Informationsveranstaltungen in der Region.

Rader Hochbrücke soll erstmals 2026 befahrbar sein

Auch beim geplanten Ersatzneubau der Rader Hochbrücke bleibt die Deges demnach im Zeitplan. Der Planfeststellungsbeschluss werde bis 2021 erwartet, bis 2026 werde der erste Teil der neuen Brücke befahrbar sein. Die Projektgesellschaft rechnet mit einer Gesamtfertigstellung im Jahr 2029. Zu den aktuell erwarteten Kosten der beiden Projekte A20 und Rader Hochbrücke wollte die Deges keine Zahlen nennen.

Weitere Informationen
Ein Auto fährt an einem Autobahnschild vorbei © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Autobahn 20: Die Chronologie der Verzögerungen

Das Großprojekt A20 kommt in Schleswig-Holstein seit Jahren nicht voran. NDR.de hat eine Chronologie der Ereignisse zusammengestellt, die den Weiterbau verzögern. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.07.2020 | 14:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Junge löst am Computer in seinem Kinderzimmer Aufgaben, die ihm seine Lehrer geschickt haben. © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey

Kritik am digitalen Unterricht an Schulen in SH

Wären die Schulen für einen zweiten Lockdown vorbereitet? Die Landesregierung sagt "ja", andere haben Zweifel. mehr

Logo der Bundesagentur für Arbeit vor einem Fenster, in dem sich der Himmel spiegelt. © picture alliance Foto: Jens Kalaene

Corona-Krise: Arbeitsmarkt in SH erholt sich

Die Zahl der Arbeitslosen in SH ist im September gesunken. Corona-bedingt ist der Wert jedoch höher als vor einem Jahr. mehr

Laborsituation bei der Untersuchung von Coronamaterial. © picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

Corona in SH: 48 neue Fälle bestätigt

Seit Beginn der Pandemie sind in Schleswig-Holstein 4.772 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Das sind 48 Fälle mehr als am Tag zuvor. mehr

Ministerpräsident Daniel Günther steht an einem Pult und hält beide Hände vor die Brust, während er ein Statement abgibt. © NDR

Corona: Günther verkündet hohes Bußgeld bei Falschangaben

Wer etwa in einem Restaurant künftig falsche Kontaktangaben hinterlässt, muss in SH künftig 1.000 Euro bezahlen. mehr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein