Stand: 24.10.2019 13:49 Uhr

A20-Weiterbau: Bürgerdialog soll helfen

Fledermäuse, Seeadler und wasserrechtliche Probleme verhinderten bislang den Weiterbau der A20 in Schleswig-Holstein. Nach Klagen von Kommunen und von Umweltverbänden hatte das Bundesverwaltungsgericht den Weiterbau gestoppt. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Dafür hatte das Land die Planung vor einem Jahr der Projektgesellschaft Deges übertragen.

Die Fachleute der Deges setzen vor allem auf Bürgerdialog und auf den Dialog mit den Umweltverbänden. Die kritischen Anregungen sollen frühzeitig, noch vor der Antragstellung berücksichtigt werden. So wollen die Verkehrsexperten vermeiden, dass Klagen eingereicht werden, die die bereits fertige Planung für die A20 stoppen können.

Anträge mit Bestand vor Gericht

Bei einer Infoveranstaltung am Mittwochabend in der Engelbrechtschen Wildnis bei Glückstadt (Kreis Steinburg) gab es zahlreiche Infos und Hinweise, beispielsweise zum Eulen-Schutz entlang der Trasse. Die Projektgesellschaft plant weitere Infoabende für alle Abschnitte der A20, die noch kein Baurecht haben. Dann will sie die kritischen Punkte, wie wasserrechtliche Probleme oder den nicht ausreichenden Schutz eines Seeadler-Horstes entlang der Trasse, korrigieren. Außerdem sollen weitere Anregungen von Umweltschützern und Anwohnern mit in die Planung einfließen.

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Laut Deges Bereichsleiter Bernd Rothe sollten die neuen Anträge nächstes Jahr fertig werden und müssten dann absolut gerichtsfest sein, hieß es am Mittwochabend. "Wir haben für die sechs offenen Abschnitte nirgendwo eine Baugenehmigung. Das heißt, wir bereiten im Moment Unterlagen vor, die für die Baugenehmigungs-Verfahren dann so vollständig sein müssen, dass - selbst wenn es Klagen gibt - wir dann vor Gericht Bestand haben werden", sagte Rothe.

Baustart spätestens in vier Jahren

Die wichtigsten Abschnitte seien das Stück von der A23 bis zur B431 bei Glückstadt - als Voraussetzung für den Bau des Elbtunnels sowie die beiden Abschnitte von Bad Segeberg bis zur A7.

In den kommenden Monaten wollen die Fachleute die notwendigen Planungsunterlagen bei der Genehmigungsbehörde des Landes einreichen. Rothe rechnet mit den Baugenehmigungen in drei bis vier Jahren. Erst dann könne mit dem Bau der noch fehlenden Abschnitte begonnen werden. Die Fertigstellung der A20 sei für 2030 vorgesehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.10.2019 | 06:00 Uhr

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