Stand: 29.11.2019 20:20 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

A20-Bau: Suche nach Rastgebiet für Zwergschwäne

Bislang ist geplant, die Autobahn 20 mitten durch ein Rastgebiet für Zwergschwäne zu führen.

Die seltenen Zwergschwäne kommen jedes Jahr im Winter in das Landschaftsschutzgebiet Hörnerauniederung beim Winselmoor in der Gemeinde Westerhorn (Kreis Pinneberg). Das Rastgebiet der Tiere hat internationale Bedeutung. Jedoch soll dort die Autobahn 20 hindurch führen. Der Bauabschnitt sechs, südlich von Itzehoe, führt mitten durch das wichtige Rastgebiet für die Zwergschwäne. Die "Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH" (DEGES) muss jetzt Lösungen finden und ein Artenschutzkonzept erstellen. Die Planer der A20 stehen dazu in engem Kontakt zu Naturschützern.

BUND: Schwer zu realisieren

Erste Vorschläge der DEGES sind, Ausgleichsflächen für die Zwergschwäne zu schaffen. Der Landesverband Schleswig-Holstein des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist jedoch skeptisch. Schließlich könne man keine Umleitungsschilder für die Zwergschwäne aufstellen. "Es wäre abzuwarten, ob dann diese Plätze auch angenommen werden. Erstmal haben wir ein großes Problem, überhaupt Flächen zur Verfügung zu haben", sagt Ole Eggers vom BUND. Die Flächen dürften nicht in Konkurrenz zu jetzigen Wiesen-Vogelschutzgebieten stehen. Seiner Meinung nach ist das Vorhaben schwer zu realisieren.

Keine Störungen während Rastzeit

"Die sind nicht immer auf den gleichen Flächen", meint hingegen Karin Wolfram vom Umweltmanagement bei der DEGES. "Deswegen ist das Konzept, wenn man eine gute Fläche schafft, sie dorthin zu locken - durchaus realistisch und effizient."

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass es Grünflächen sein müssen. Während der Rastzeit darf es keine Störungen geben. Das heißt, es dürfen keine Spaziergänger mit Hunden vorbeikommen, keine Jagd stattfinden und keine Gülle verteilt werden.

Kann Trasse weiter südlich verlaufen?

Der BUND will, dass die Trasse weiter südlich verlegt wird, mit ausreichend Abstand zum Rastgebiet der Zwergschwäne. Auch das prüfen die Autobahnplaner. Doch sie fürchten, dass es dann zu einer Lärmbelastung für Anwohner kommt. Deshalb wollen sie weiter nach Ausgleichsflächen suchen. Diese sollen im kommenden Jahr präsentiert werden, damit die Autobahn wie geplant gebaut werden kann. Aktuell muss die DEGES auch bei Abschnitt Nummer drei an der Fledermauskartierung nacharbeiten.

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Schleswig-Holstein Magazin | 29.11.2019 | 19:30 Uhr

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