Stand: 12.05.2019 11:57 Uhr

A1: E-Highway nach Lübeck geht später in Betrieb

Die Masten stehen, die Oberleitungen sind befestigt, die Betonleitplanken aufgestellt: Die fünf Kilometer lange Teststrecke für den E-Highway auf der A1 zwischen Lübeck und Reinfeld (Kreis Stormarn) ist so gut wie fertig. Hier sollten eigentlich Ende Mai Hybrid-Lkw mit Stromabnehmern das System auf Alltagstauglichkeit prüfen. Doch auch wenn die Bauarbeiten im Plan zu sein scheinen, geht der Probebetrieb erst später los. Der Grund: Die am Test beteiligte Spedition hat noch keine Hybrid-Lkw, die mit Oberleitungen fahren können.

Lieferung der Hybrid-Lkw verzögert sich

Der erste von fünf Lastwagen mit speziellen Stromabnehmern werde wohl erst Ende September geliefert, sagte der Geschäftsführer der Spedition Bode, Kai-Jörg Bode. Das Unternehmen mit Sitz in Reinfeld soll den Testbetrieb auf der fünf Kilometer langen Strecke übernehmen. Ähnlich wie Straßenbahnen oder E-Lokomotiven docken die Lastwagen mit ihren Stromabnehmern an die Oberleitung an, um dann nach Angaben der Landesregierung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen statt mit Dieselantrieb zu fahren.

Minister: E-Highway-Alltagsbetrieb beginnt im September

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) rechnet damit, dass die Anlage im Juli abgenommen werden kann. "Dann müssen noch Straßenbetriebsabläufe getestet werden, im September kann dann der Test im Alltagsbetrieb beginnen", sagte der Minister. Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Reinfeld und Lübeck, einem wichtigen Zubringer zu den Lübecker Häfen, verkehren nach Angaben des Projektträgers, der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, jeden Tag 60.000 Autos und 8.000 Lastwagen.

Bundesregierung bezahlt Test-Projekt auf A1

Rund 14 Millionen Euro investiert das Bundesumweltministerium in den nach Hessen bundesweit zweiten Modellversuch. Eine weitere Teststrecke ist in Baden-Württemberg geplant. Drei Jahre lang soll erprobt werden, ob die Oberleitungstechnik für den deutschen Straßenverkehr tauglich ist und ob so Güter klima- und lärmschonend auf der Straße transportiert werden können. Für den Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein ist es bereits eine Fehlinvestition. "Es wäre besser, das Geld in den Ausbau des Schienennetzes zu stecken", sagte Landesgeschäftsführer Rainer Kersten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.05.2019 | 12:00 Uhr

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