Stand: 28.02.2020 18:08 Uhr

583 Millionen Euro: Haushalt der Nordkirche steht fest

Synodale sind in Lübeck-Travemünde auf der Synodentagung der evangelischen Nordkirche zu sehen, die hier unter Anderem ihren Haushalt für das Jahr 2016 beschließen wird. © dpa-Bildfunk Foto: Markus Scholz
Die 156 Synodalen stimmten in Travemünde einstimmig für den Haushalt.

Die Synodalen der Nordkirche haben am Freitag in Lübeck-Travemünde einstimmig den Haushalt für das Jahr 2020 beschlossen. Er umfasst nach Angaben eines Kirchensprechers Einnahmen von insgesamt rund 583 Millionen Euro, davon stammen 536 Millionen Euro aus Kirchensteuern. Rund 72 Prozent sind den Angaben zufolge für Personalaufwendungen eingeplant. Etwa 16,3 Millionen Euro sollen in den Entwicklungsdienst mit Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika fließen.

Die Nordkirche entstand 2012 aus dem Zusammenschluss der Nordelbischen Kirche in Hamburg und Schleswig-Holstein mit der Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Kirche. Mit rund zwei Millionen Mitgliedern ist sie die fünftgrößte Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), flächenmäßig die zweitgrößte.

Pensions- und Beihilfeleistungen in Milliardenhöhe

Vor dem Haushaltsbeschluss hatten die 156 Synodalen der Kirchenleitung die Entlastung für den Jahresabschluss 2017 erteilt. Darin werden erstmals auch die Rückstellungen der Landeskirche für Pensions- und Beihilfeleistungen an Geistliche und Kirchenbeamte für die nächsten Jahrzehnte ausgewiesen. Die belaufen sich auf rund 2,2 Milliarden Euro. "Die sind aber nicht auf einmal zu zahlen, sondern werden erst in den nächsten 50 bis 70 Jahren relevant", sagte das Mitglied der Kirchenleitung, Malte Schlünz. In den kommenden Haushalten seien entsprechende Summen einzuplanen.

Empfehlung für Gottesdienste: Symbolische Akte vermeiden

Auch die Ausbreitung des Coronavirus spielte eine Rolle in Travemünde. Wegen zahlreicher Anfragen zu Auswirkungen auf das gottesdienstliche Leben veröffentlichte die Nordkirche eine Handlungsempfehlung. Solange die Behörden keine allgemeinen Versammlungsverbote anordneten, bestehe kein Grund zu kircheninternen Einschränkungen, heißt es in der Empfehlung. Auch das Abendmahl könne bedenkenlos gefeiert werden.

Wer Sorge wegen einer möglichen Ansteckung habe, könne die Oblate in den Kelch eintauchen, anstatt daraus zu trinken oder auf eines von beiden - das Brot oder den Wein - verzichten, sagte ein Kirchensprecher. Symbolische Akte, die besonderen Körperkontakt erfordern, wie der Friedensgruß oder das Händeschütteln, sollten derzeit jedoch vermieden werden.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.02.2020 | 18:00 Uhr

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