Stand: 30.08.2019 13:18 Uhr

Landtag plant Millionen für Künstliche Intelligenz

Die schleswig-holsteinische Landesregierung will die Künstliche Intelligenz (KI) stärker fördern. Noch in diesem Jahr soll dafür ein Sondervermögen in Höhe von 4,5 Millionen Euro eingerichtet werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde dazu in erster Lesung am Freitag im Landtag in Kiel beraten.

KI wird Arbeit und Alltag verändern

Sprechende Computer, Roboter in der Pflege, selbstfahrende Autos: Die Landesregierung geht davon aus, dass die Einführung von Künstlicher Intelligenz Arbeit, Alltag und Gesellschaft von Grund auf verändert wird. Diese Veränderung will Schleswig-Holstein aktiv mitgestalten und die Chancen und Potenziale dieser Technik nutzen. Dazu braucht es aber laut Landesregierung zusätzliche finanzielle Mittel.

Ethische Gesichtspunkte werden berücksichtigt

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte am Freitag im Landtag: "Mit dem Geld wollen wir Projekte und Initiativen anschieben, die sich insgesamt über acht Handlungsfelder erstrecken. Sie reichen von Forschung und Lehre über Verwaltung und Wirtschaft bis hin zum Bereich Klima und Energie." Günther betonte, dass es der Regierung wichtig sei, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz unter ethischen Gesichtspunkten erfolge. Ein Expertenrat soll in Schleswig-Holstein den Blick auf gesellschaftliche Fragen werfen.

Zustimmung und Kritik im Landtag

Die regierungstragenden Fraktionen von CDU, Grünen und FDP lobten den Gesetzentwurf als genau die richtige Entscheidung und exakt den richtigen Baustein. Zustimmung kommt auch vom SSW, der es für sinnvoll hält, ein solches Sondervermögen langfristig aufzubauen. Die SPD äußerte sich dagegen kritisch. Der Landtagsabgeordnete Heiner Dunckel kritisierte die mangelnde Schwerpunktsetzung. "Eine wirkliche Strategie kann ich nicht erkennen. Auch wir halten KI für eine Schlüsseltechnologie. Und wir haben im Land gar keine Wahl, ob wir KI fördern wollen oder nicht, denn KI findet statt", sagte der Sozialdemokrat. Die AfD betonte, dass man die wirtschaftliche Chance - etwa im Bereich der medizinischen Nutzung - nicht verpassen dürfe. Ein Sondervermögen ist dafür laut Fraktionschef Jörg Nobis aber nicht notwendig.

Schleswig-Holstein will Vorreiter sein

Das große Ziel der Landesregierung ist Günther zufolge eine bundesweit führende Rolle im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Und dazu brauche es das zusätzliche Geld, so der Ministerpräsident.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.08.2019 | 13:00 Uhr

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