Stand: 15.02.2018 14:03 Uhr

40 Jahre Stiftung Naturschutz: Noch viel zu tun

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein kümmert sich seit 40 Jahren um den Artenschutz bei uns im Norden und darum, dass bedrohte Pflanzen oder Tierarten möglichst nicht aussterben. Nach eigenen Angaben ist es die größte Naturschutzstiftung in Deutschland - und nach den Landesforsten der größte Grundeigentümer in Schleswig-Holstein. Denn die Stifung kauft Flächen auf, um den Vögeln, Insekten und Blumen genug Ruhe und Raum zu geben. Wie es der Stiftung geht und welche Probleme die Verantwortlichen sehen, haben sie am Donnerstag im Kieler Landeshaus erläutert.

70 Mitarbeiter kümmern sich

Was ist in 40 Jahren alles passiert? Es habe sich viel getan, sagt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende Sandra Redmann. So sei die Zahl der Mitarbeiter von einst zwei auf jetzt 70 hochgegangen. Mittlerweile gehören der Stiftung 35.000 Hektar Land, um biologische Vielfalt zu bewahren. Diese Fläche entspricht 49.000 Fußballfeldern - in rund 300 Stiftungsgebieten.

Insektengift: Landwirte helfen Stiftung

Problematisch ist und bleibt auch für die Stiftung Naturschutz das Insektensterben - die Entwicklung sei bereits dramatisch, erklärt Walter Hemmerling, der Geschäftsführer der Stiftung. Dagegensteuern müssten alle, "klar, es gibt die Mücken - die nerven manchmal", sagt Hemmerling. "Aber unterm Strich sind die Insekten ja ein Teil unserer Lebensgrundlage und wir brauchen einfach mehr Flächen, die für die Insekten positiv sind. Wir dürfen nicht so viel Gifte einsetzen, auch in der Landwirtschaft kann man da sorgsamer umgehen." Bei ihrem Einsatz für biologische Vielfalt arbeitet die Stiftung deshalb eng mit Landwirten zusammen. 1.300 von ihnen machen direkt bei der extensiven Flächenpflege mit.

Blütenmeer und grüne Oasen

Ein aktuelles Stiftungsprojekt, das Insekten-Überleben sichern soll, ist "Blütenmeer2020" - damit sollen mehr blütenreiche Wiesen in Schleswig-Holstein entstehen. Dafür wird Saatgut einst im Norden typischer Wiesenblumen gewonnen und vermehrt -zum Beispiel Schlüsselblume oder Küchenschelle. Daneben will die Stiftung auch in den Städten gegen das Insektensterben vorgehen und zum Beispiel dafür sorgen, dass Grünflächen "in Ruhe gelassen werden", damit sich die Natur erholt.

Habeck: Stiftung von existentieller Bedeutung

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gratulierte der Stiftung zum 40-jährigen Bestehen: "Die Arbeit der Stiftung ist von existentieller Bedeutung für das Land Schleswig- Holstein und alle Menschen, die hier leben. Die Natur unserer Heimat zu schützen, heißt Verantwortung zu übernehmen - auch für nachfolgende Generationen." Die Politik wolle die Arbeit der Stiftung bestmöglich unterstützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.02.2018 | 12:00 Uhr

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