Stand: 25.07.2018 10:46 Uhr

35 Grad in SH: Der heißeste Tag ist heute

von Maja Bahtijarevic

Erinnern Sie sich noch an den Januar? Er galt als der dunkelste Januar in Schleswig-Holstein seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Das zeigten Zahlen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). So begann das Jahr bei uns im hohen Norden bereits mit einem - für die meisten nicht so erfreulichen - Rekord. Im Frühjahr machte der Mai dann einiges wieder gut: Bis auf ein, zwei kleine Gewitter hatten wir einen so schönen Wonnemonat, dass die Winterdepression fast schon wieder vergessen war. Darauf folgte ein Juni, der bei den meisten ebenso willkommen war. Der Juli aber scheint alles toppen zu wollen: Machen Sie sich gefasst auf den bisher wärmsten Tag des Jahres im Land zwischen den Meeren - dank Hoch "Helmut" mit stolzen Temperaturen, mancherorts bis 35 Grad.

Das ist Schleswig-Holstein? Sind Sie sicher?

Die einen freut's, die anderen nicht

Und erinnern Sie sich auch noch daran, als im vergangenen Jahr Camping-Urlauber lieber auf ihre Gummistiefel statt Flip-Flops setzten und die Landwirte jeden Morgen den Regenradar zu Rate zogen - aus Angst, der Hagel könnte ihnen die Ernte verhageln? In diesem Jahr ist alles anders: Seit Wochen stürmen die Menschen die Meeres- und Seestrände im Land, zahlreiche Urlauber zieht es zum Sonnenbaden in den Norden und die Camper erfreuen sich besten Wetters. Auch die Landwirte können ob fehlender Sonne nicht klagen, kämpfen allerdings mit dem anderen Extrem: Viele Felder sind ausgetrocknet, die Hoffnung auf Regen steigt von Tag zu Tag ins Unermessliche. Vielerorts herrscht Verzweiflung. Und da braucht es mehr als nur einen Wolkenbruch: Durch die anhaltende Dürre kann der Boden Wasser nicht mehr so gut aufnehmen. Eine mehrtägige Regenperiode wäre nötig, um die Situation wenigstens ein wenig zu entspannen.

Den Wetterprognosen von Meeno Schrader und seinem Team zufolge zieht sich im Laufe des Tages eine sogenannte Tiefdruckrinne von Eckernförde über Neumünster bis zum Hamburger Stadtrand. Das ist die einzige Chance auf ein paar Schauer: Wärmegewitter könnten sich aufbauen. An den Küsten allerdings brauchen die Sonnenanbeter nicht zu bangen, dort soll es trocken bleiben.

Notfallsanitäter: Ausreichend trinken, am besten keinen Alkohol

Noch ein Höchstwert gefällig? Kein Problem: Die Sonne zeigt sich heute zwischen 13 und 15 Stunden. Doch das hat auch eine unsichtbare Schattenseite: Die UV-Belastung ist überall im Land hoch. Sonnenhut, Sonnencreme, Sonnenbrille - angemessener Schutz ist angesagt. Notfallsanitäter Christian Mandel aus dem Kreis Pinneberg gibt auf NDR 1 Welle Nord Tipps, um bei dieser Hitze gut durch den Tag kommen. "Es gibt eine ganze Menge an wichtigen Verhaltensregeln: Aufenthalt im Schatten - also nicht direkt in der Sonne, Anstrengungen vermeiden - jetzt in der Hitze den Acker umgraben sollte man wirklich lassen, und vor allem wichtig: genug trinken." Bei Menschen ohne Nierenschaden seien bei diesem Wetter zwei, individuell auch drei Liter Flüssigkeit angemessen. Wer sich körperlich anstrengt, sollte darauf achten, dementsprechend mehr zu trinken. "Am besten sind Wasser, ungesüßte Tees und solche Dinge", sagt Mandel, "und auf Alkohol sollte man am besten ganz verzichten."

Pro und Contra kommen immer gemeinsam

Doch wie immer gilt unterm Strich: Das Wetter können wir nicht ändern, aber das Beste daraus machen. Einigen wird das nicht viel helfen: Die Ernte der Landwirte, die bereits vertrocknet ist, kommt nicht wieder. Und auch die Bäume zum Beispiel werden sich nach Angaben von Experten vermutlich noch in den Folgejahren von der Dürre erholen müssen. Andere wiederum dürfen das Wetter auch mal genießen - und unser herbes schleswig-holsteinisches Klima später vielleicht besser zu schätzen wissen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 25.07.2018 | 07:40 Uhr

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