Stand: 26.08.2020 10:45 Uhr

300 kranke Eschen werden im Kreis Segeberg gefällt

Spazieren auf den Wanderwegen an der Trave oder am Ihlsee im Kreis Segeberg, das war mehrere Monate nicht möglich. Denn die Eschen entlang der Wege sind von einem Pilz befallen. Die Bäume leiden unter dem sogenannten Eschentriebsterben, gegen das sich die Eschen schlecht wehren können - vor allem, wenn es lange zu trocken war. Das Gefährliche: Äußerlich sieht man den Pilzbefall zunächst nicht. "Der Pilz sorgt dafür, dass Kronenteile, aber auch Wurzelbereiche absterben und der Baum dann nicht mehr standsicher ist", sagte Kerstin Pagel, Stadtgärtnerin Bad Segeberg. Die Bäume stürzen irgendwann einfach um. Zum Schutz von Spaziergängern wurden der Travewanderweg und der Bruchweg am Ihlsee daher schon vor Monaten gesperrt. "Wir konnten jetzt erst aus Gründen des Artenschutzes fällen. Weil wir weder Nester mit Vögeln, noch Eichhörnchen-Junge, noch Wochenstuben von Fledermäusen mit den Bäumen umlegen wollten", erläuterte Antje Langethal, Leiterin des Bauamts Bad Segeberg.

Pilz breitet sich seit zehn Jahren in Europa aus

Wenn eine Esche vom Eschentriebsterben befallen ist, dann gibt es keine Möglichkeit sie zu retten. Der Pilz, der auch unter dem Namen Falsches Weißes Stängelbecherchen bekannt ist, hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Europa stark verbreitet, Schleswig-Holstein ist besonders betroffen. Stadtgärtnerin Kerstin Pagel rechnet damit, dass die meisten heimischen Eschen von dem Pilz befallen werden. An den beiden Wanderwegen im Kreis Segeberg werden daher rund 300 geschwächte Eschen gefällt.

Wanderwege bald wieder begehbar

Die durch die Fällarbeiten der bis zu 40 Meter hohen Bäume entstandenen Lücken werden nicht wieder mit jungen Eschen bepflanzt, da die Gefahr zu groß ist, dass auch diese am Eschentriebsterben erkranken. Antje Langethal erläuterte, dass in Naturschutzgebieten die Natur die Lücken von alleine schließen werde. An anderen Stellen werde aufgeforstet. "Es werden Standort-heimische Bäume gepflanzt. Beispielsweise Ahornbäume, Eichen oder Linden", sagte die Bauamtsleiterin. Die gefällten Bäume werden entweder als Totholz liegen gelassen oder weiterverarbeitet. In der zweiten September-Hälfte sollen beide Wanderwege wieder freigegeben worden sein.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.08.2020 | 17:00 Uhr

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