1.900 Menschen feiern Christopher Street Day in Kiel

Stand: 10.07.2021 16:39 Uhr

Der Christopher Street Day (CSD) fand in Kiel Corona-bedingt nur als Demonstration statt. Mit Mindestabstand und Maskenpflicht haben sich die Demonstranten für mehr Rechte für LGBTIQ eingesetzt, also für homo-, bi-, trans- und intersexuelle, sowie queere Menschen.

Laut, bunt und gut gelaunt haben Hunderte Menschen am Sonnabend in Kiel den Christopher Street Day gefeiert. Nach Polizeiangaben waren rund 1.900 Menschen durch die Kieler Innenstadt gelaufen und hatten für geschlechtliche und sexuelle Gleichberechtigung demonstriert. Dabei hatten sie Musikboxen dabei, schwenkten Regenbogenfahnen und hielten Plakate etwa mit der Aufschrift "Wie kann man es hassen, dass Menschen sich lieben".

Die Polizei fuhr mit einem Regenbogen-Streifenwagen mit. Zudem wehten an allen Fahnenmasten der Polizei in Kiel Regenbogen-Flaggen. Auf eine Parade und Musikwagen und ein Straßenfest mussten die Veranstalter in diesem Jahr Corona-bedingt verzichten. Ursprünglich waren rund 800 Teilnehmer angemeldet.

Homophobie nimmt zu

Vor allem in Osteuropa, aber auch hier in Deutschland nehme die Homophobie wieder zu, sagen die Veranstalter des Christopher Street Days in Kiel. Dagegen wollen sie protestieren, sagt Carol Kleinke, Vorstand des Christopher Street Day Vereins Kiel: "Wir wollen mal ein klares Zeichen setzen gegen die aufstrebende Homophobie, die ja nicht nur in Osteuropa gerade um sich greift, sondern auch hier bei uns im Lande immer größere Kreise zieht - was wir wirklich sehr bedenklich finden."

Farbige Streifen entstehen auf dem nassen Asphalt als Spiegelung einer Regenbogen-Flagge © NDR Foto: Jens Strohmeyer
AUDIO: CSD in Kiel: Gegen Homophobie und für Regenbogen-Familien (1 Min)

Benachteiligung zum gängigen Familienmodell

Der CSD-Verein wolle sich aber auch für die Rechte und Anerkennung von Regenbogen-Familien stark machen - also Familien, bei denen Kinder zum Beispiel bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern leben. Das Thema des diesjährigen Kieler Christopher Street Days war deswegen 'Bedingungslos - Familie geht auch anders', erklärt Kleinke: "Da geht es vor allem darum, die Rechte von Regenbogenfamilien zu stärken, die gegenüber den herkömmlichen Familien noch einigen Diskriminierungen ausgesetzt sind."

Der CSD erinnert an die Rechte von Lesben, Schwulen und anderen sexuellen Minderheiten. Am 28. Juni 1969 stürmten Polizisten in New York die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.07.2021 | 18:00 Uhr

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