Stand: 24.02.2020 17:21 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

15.000 Zuschauer bei Rosenmontagsumzug in Marne

Schleswig-Holstein rühmt sich eigentlich nicht mit pompösen Umzügen am Rosenmontag, aber die Karnevalisten in Marne (Kreis Dithmarschen) können mit den Vorbildern im Rheinland wohl locker mithalten. Selbst das typisch norddeutsche Wetter macht ihnen nichts aus. Und so haben rund 1.200 aktive Umzügler auf mehr als 60 fantasievoll gestalteten Motivwagen, bunt kostümierte Fußgruppen und närrische Einzelkämpfer trotz Regens am Rosenmontagszumzug teilgenommen. Zuvor hatten die Narren natürlich ganz traditionsgemäß das Rathaus gestürmt.

Im Anschluss verteilten sie mit ihrem Karnevalsgruß "Marn' hol fast" ("Marne, halte fest zusammen") auch in diesem Jahr wieder tonnenweise Kamelle an die Jecken am Straßenrand: 55.000 Tüten Gummibärchen, 20.000 Tüten mit Popcorn und rund 18.000 Tüten Hamburger Speck, dazu 2,5 Tonnen Bonbons. Nach Angaben der Veranstalter ließen sich rund 15.000 Zuschauer das närrische Treiben nicht entgehen.

Narrenhochburg seit 1956 - mit kurzer Pause

Mit den Millionen von Menschen auf den Straßen in Köln oder Düsseldorf kann Marne zwar nicht mithalten. Aber für den tendenziell eher karnevalsmuffeligen Norden ist die 5.000-Einwohner-Stadt im Kreis Dithmarschen eine echte Narrenhochburg. Die Veranstaltung gibt es seit 1956. Nur zwischen 1969 und 1978 legten die Karnevalisten eine Pause ein.

Betrunkene Jugendliche landen bei der Polizei

Auch wenn Karneval in Marne groß geschrieben wird, müssen sich die Närrinnen und Narren an die Regeln halten. Damit das Fest friedlich verläuft, greift die Polizei bei Betrunkenen und Randalierern hart durch. Die Polizei hat nach eigenen Angaben den Alkoholverkauf in Supermärkten im Blick und beobachtet angetrunkene junge Menschen in der Stadt ganz besonders.

Alkoholisierte Kinder und Jugendliche werden in Polizeigewahrsam genommen. Dort müssen sie von den Eltern abgeholt werden. Können die Erziehungsberechtigten dies nicht, bringen die Beamten die Sprösslinge kostenpflichtig nach Hause. Wenn auch dort niemand anzutreffen ist, wird das Jugendamt eingeschaltet. Es übernimmt die Ausnüchterung unter Aufsicht in einem Heim oder in einem Krankenhaus. Die Kosten tragen die Eltern.

Wer randaliert, bekommt mehr als Ärger

Auch Randalierer werden hart bestraft. Nach dem Umzug am Rosenmontag will die Polizei die Nachtstreifen verstärken. Sogenannte Interventionsteams greifen laut Polizei sofort ein, wenn sich körperliche Auseinandersetzungen anbahnen. Wer sich widersetzt, muss damit rechnen, die Nacht in einer Gewahrsamszelle bei der Polizei in Brunsbüttel zu verbringen. Die Kosten für Randalierer: 250 Euro.

Falschparker werden bestraft

Auch Parkverstöße sollen konsequent geahndet werden. Insbesondere auf der B5 kontrollieren die Beamten am Tag und in der Nacht. Der Tipp der Polizei: Feiernde am Rosenmontag sollten sich organisieren, Fahrgemeinschaften bilden oder sich bringen und abholen lassen. In den Festzelten enden die Veranstaltungen um 1 Uhr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.02.2020 | 16:00 Uhr

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