Ein Briefkasten mit der Aufschrift "Landgericht" in Kiel. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder/dpa

Zehn Jahre Haft wegen versuchten Totschlags in Eckernförde

Stand: 30.11.2020 20:00 Uhr

Laut Gericht hatte der Angeklagte sein Opfer aus einem Hinterhalt mit einem Baseballschläger attackiert. Dazu kamen Tritte und vier Schüsse. Der Mittäter wurde am Wochenende gefasst.

Für einen lebensgefährlichen Angriff auf einen 33-jährigen Mann in Eckernförde muss einer der beiden Täter zehn Jahre in Haft. Das Kieler Landgericht verurteilte den Mann am Montag wegen gemeinschaftlich begangenen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 36-Jährige Ende März zusammen mit einem Komplizen dem 33-Jährigen auflauerte und mindestens vier Mal auf ihn schoss. Zwei Schüsse trafen den Kopf des Mannes, er wurde mehrfach operiert und lag wochenlang im Krankenhaus. Das Opfer überlebte den Angriff nur knapp und erlitt bleibende Hör- und Sehschäden.

Zweiter Tatverdächtiger überraschend im Gerichtssaal

Die Hintergründe zu der Tat sind weiterhin unklar. Der Angeklagte schwieg dazu. Das Opfer berief sich auf komplette Amnesie. "Ob das stimmt, wissen die Götter", sagte der Schwurgerichtsvorsitzende. Auch der bisher verschwundene Mittäter, der unmittelbar vor der Urteilsverkündung im Gerichtssaal auftauchte, berief sich auf sein Aussageverweigerungsrecht. Bei der Urteilsverkündung saß er gefesselt neben einem Strafverteidiger. Der Mann war am vergangenen Wochenende gefasst worden und kam in U-Haft. Ob und wann gegen ihn ein Verfahren wird, ist offen.

Heimtücke nicht nachweisbar

Das Schwurgericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte von einem absoluten Vernichtungswillen der Angreifer gesprochen und eine lebenslange Haftstrafe wegen heimtückischen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gefordert. Nach Ansicht der Kammer konnte Heimtücke aber nicht nachgewiesen werden. Der Verteidiger legte gegen das Urteil von zehn Jahren Haft vorsorglich Revision ein, will aber die Begründung des Gerichts abwarten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.11.2020 | 19:00 Uhr

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