Stand: 30.04.2020 15:10 Uhr

Zwölf Flüchtlingskinder bleiben in Niedersachsen

Junge Geflüchtete verlassen den Flughafen Hannover mit einem Bus. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen
Niedersachsen nimmt zwölf der Kinder und Jugendlichen aus griechischen Flüchtlingslagern auf. (Archiv)

Zwölf der 47 Kinder und Jugendlichen, die kürzlich aus griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland geholt wurden, werden künftig in Niedersachsen leben. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit. Demnach nimmt die Stadt Hannover drei von ihnen auf. Je zwei Flüchtlinge bekommen in der Städten Lüneburg und Braunschweig sowie im Landkreis Friesland und der Region Hannover ein neues Zuhause. Ein Junge wird in Osnabrück untergebracht. Die unbegleiteten Minderjährigen waren am 18. April nach Deutschland gekommen und zunächst für eine zweiwöchige Corona-Quarantäne im Landkreis Osnabrück untergebracht worden.

Reimann lobt Solidarität

"Die Bereitschaft und Solidarität niedersächsischer Kommunen war sehr groß", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). "Ich hoffe sehr, dass die Kinder nach ihren schrecklichen Erlebnissen bei uns jetzt endlich zur Ruhe kommen und  sich schnell einleben." Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich seit November 2019 dafür stark gemacht, Kinder aus den Flüchtlingslagern nach Deutschland zu holen. "Ich bin sehr froh, dass die Kinder nun nach allem, was sie in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln erleben mussten, in Sicherheit sind", sagte er.

Pistorius: "Aktion darf nur ein Anfang sein"

Pistorius forderte den Bund auf, gemeinsam mit anderen EU-Staaten schnell weitere Kinder "aus dem Elend in Griechenland" zu holen. Die jüngste Aktion dürfe nur ein Anfang sein. Der Innenminister betonte, dass die Versorgung und Verteilung der geflüchteten Jungen in Niedersachsen reibungslos geklappt habe.

Je acht Minderjährige nach Hamburg und Berlin

Berlin und Hamburg nehmen jeweils acht unbegleitete Minderjährige auf, die ebenfalls keine familiären Bindungen in Deutschland haben. Die übrigen kommen zu Verwandten nach Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 30.04.2020 | 17:00 Uhr

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