Stand: 11.09.2019 10:01 Uhr

Wohlfahrt kritisiert kürzere Erzieher-Ausbildung

Kürzere Ausbildung für Erzieher? Laut Wohlfahrtsverbänden das falsche Signal.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW) warnt vor einer verkürzten Ausbildung für Erzieher in Kindertagesstätten. Im Gespräch sei derzeit eine Ausbildungsverkürzung um ein Jahr auf dann drei Jahre. Der LAG FW-Vorsitzende Franz Loth sagte am Mittwoch gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): "In Teilen können wir das verstehen. Aber wir sagen auch: Vergesst nicht, dass dieser Bereich der frühkindlichen Bildung der Eintritt in die Bildungskarriere ist." Deshalb werde sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt.

"Beitragsbefreiung gut gemeint, nicht gut gemacht"

Auch das Bild nach außen muss laut Loth bedacht werden: So dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass bestimmte Tätigkeiten - wie hauswirtschaftliche, erzieherische oder pflegerische - jeder machen könne. Der Wohlfahrtsverband kritisiert dabei insbesondere die Landesregierung: Vor allem durch die Beitragsbefreiung für Kindertagesstätten habe sich die Situation in den Kitas zugespitzt. "Es war sicher gut gemeint, aber nicht gut gemacht, und das schlägt uns jetzt ins Gesicht", sagte Loth.

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Soziale Berufe sollten mehr Geld bringen

Doch nicht nur in den Kitas im Land fehle es an Fachkräften. Auch in der Pflege und in Behinderteneinrichtungen sei die Situation "herausfordernd", so der Verbandsvorsitzende, der mit der LAG FW etwa 6.000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste vertritt. Nun gelte es, die Berufe auch für junge Leute attraktiver zu machen - zum Beispiel durch eine Verlässlichkeit in der Bezahlung: Demnach würden junge Leute mit guten Abschlüssen, statt in die Sozialwirtschaft zu gehen, häufig in die freie Wirtschaft starten, weil sie dort mehr Geld verdienen können. Das müsse sich ändern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.09.2019 | 09:30 Uhr

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