Stand: 27.09.2018 09:26 Uhr

Welche Schadstoffe setzt der Moorbrand frei?

Anfang September hat ein Rüstungsunternehmen im Auftrag der Bundeswehr bei Meppen Raketen getestet - seitdem brennt dort das Moor. Offene Brände an der Oberfläche gibt es zwar derzeit nicht mehr. Dennoch wurden in den vergangenen Wochen viele Schadstoffe freigesetzt. Die Deutsche Presse-Agentur hat zusammengetragen, um welche es sich handelt - und welche Gefahren von ihnen ausgehen.

Stickoxide (NOx)

Stickoxide sind gefährlich, besonders Stickstoffdioxid (NO2). In Städten sind Diesel-Fahrzeuge eine Hauptquelle von NO2. In der Natur entsteht das Abgas, wenn zum Beispiel Holz brennt. Stickoxide reizen Atemwege und Augen. Laut einer Studie des Umweltministeriums von 2014 begünstigt NO2 neben Lungenkrankheiten auch Diabetes, Bluthochdruck und Schlaganfälle. Insbesondere für Asthmatiker ist Stickstoffdioxid ein Problem, weil es zu einer Verengung der Bronchien beiträgt.

Kohlenstoffdioxid (CO2)

Der Stoff entsteht bei Verbrennungen aller Art. Weil Moore zu den effektivsten CO2-Speichern in der Natur gehören, wird bei einem solchen Brand viel mehr Gas freigesetzt als bei anderen Feuern, wie Felix Grützmacher vom Naturschutzbund (Nabu) erklärte. Brennt ein Moor, wird demnach nicht nur die "normale" Menge CO2 freigesetzt, sondern auch all das gespeicherte Gas. Der Nabu schätzt, dass der Moorbrand bereits mindestens 500.000 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt hat. Das Umweltministerium sprach von etwa 300.000 Tonnen.

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

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PAK entstehen, wenn organische Stoffe wie Holz, Kohle oder Öl unvollständig verbrennen - wie beim Grillen. "Je niedriger die Temperatur des Feuers und je weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, desto unvollständiger verbrennen die Materialien und desto mehr PAK entstehen", erklärt das Umweltbundesamt. Die Kohlenwasserstoffe sind laut Umweltministerium gefährlich, weil sie Krebs auslösen, das Erbgut verändern und die Fruchtbarkeit verringern können.

Feinstaub

Er ist menschengemacht - ob durch Industrieabgase, Motoren oder intensive Landwirtschaft. Die Staubteile sind so klein, dass sie ungehindert in Lungenbläschen und Blutkreislauf wandern. Dort können sie Entzündungen, Wucherungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen. In bestimmten Konzentrationen können die Staubpartikel einen Herzinfarkt auslösen. Im Jahr 2015 sind 41.500 Deutsche an Krankheiten gestorben, die auf die Feinstaub-Belastung der Luft zurückgeführt werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 27.09.2018 | 07:30 Uhr

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