Stand: 07.12.2017 17:46 Uhr

Weihnachtsschlachtung: Protest weitet sich aus

Zwei Fleischbetriebe im Landkreis Cloppenburg haben angekündigt, am 26. Dezember, also am zweiten Weihnachtsfeiertag, den Betrieb wieder aufnehmen zu wollen. Eines der Unternehmen erhielt bereits eine Ausnahmegenehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg. Bis zu 750 Beschäftigte könnten von der Feiertagsarbeit betroffen sein. Seit Tagen regt sich teils erheblicher Widerstand gegen die Pläne der Schlachthöfe. Neben den Grünen kritisiert auch die Landtagsfraktion der CDU die Pläne. Auch die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) meldete sich zu Wort. Das Entsetzen ziehe sich durch alle gesellschaftlichen Kreise und die Pläne fänden in der Landesregierung keine Mehrheit, sagte Matthias Brümmer, Geschäftsführer der NGG in der Region Oldenburg/Ostfriesland. Er hoffe, dass das Gewerbeaufsichtsamt die beantragte Arbeitsgenehmigung für den Vion-Schlachthof in Emstek ablehne und die bereits ausgesprochene Zusage für den Cloppenburger Schlachthof Wernke zurückziehe.

Demonstration für kommenden Sonntag geplant

Die Grünen hatten zuvor bereits eine Anfrage im Niedersächsischen Landtag angekündigt. Dort soll geklärt werden, warum die Gewerbeaufsicht das Schlachten erlaubt hat. Außerdem will ein Bündnis aus Grünen, Kirchen und Gewerkschaften am 10. Dezember vor einem der beiden Betriebe demonstrieren. Mehr als 14 Organisationen kündigten ihren Protest vor dem Vion-Schlachtbetrieb in Emstek an - darunter neben den Gewerkschaften die katholische Kirche, Fleischbeschauer, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und die Landtagsfraktionen von SPD, Grünen, Linken und der CDU.

"Weihnachten unterbricht Alltag"

Auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister meldete sich in der Angelegenheit zu Wort. Er könne die Entscheidung, den Betrieb am zweiten Weihnachtsfeiertag zu erlauben, "nicht nachvollziehen", sagte Meister am Donnerstag. Die Feiertagsruhe sei gesetzlich klar geregelt und er sehe keine Notwendigkeit, in diesen Fällen Ausnahmen zu machen. "Weihnachten unterbricht unseren Alltag, lässt uns innehalten und das ist gerade angesichts der steigenden Arbeitsverdichtung ein hohes Gut", so Meister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.12.2017 | 17:00 Uhr

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