Drohnenaufnahmen zeigen wie Rauchwolken die Sicht auf ein Feld verdecken. © NDR

War Moorbrand Brandstiftung? Land fordert Ausgleich vom Bund

Stand: 15.07.2021 17:37 Uhr

Der Moorbrand bei Meppen vor knapp drei Jahren ist möglicherweise auf fahrlässige Brandstiftung zurückzuführen. Das Land sieht die Bundeswehr als Verursacher und pocht auf Schadensersatz.

Der Anfangsverdacht auf fahrlässige Brandstiftung geht aus einem Gutachten hervor, das im Auftrag der ermittelnden Staatsanwaltschaft Osnabrück erstellt worden ist. Die niedersächsische Landesregierung hat nun laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ, Freitag) erstmals Einblick in die Ergebnisse gegeben. Weitere Einzelheiten habe die Regierung unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht nennen wollen, schreibt das Umweltministerium auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

Bundeswehr habe "sehr erheblichen Schaden" angerichtet

Der Brand auf dem Bundeswehr-Testgelände wurde im Hitzesommer 2018 bei Raketentests ausgelöst. Dabei wurden mehr als 600.000 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. In dem Bericht der NOZ heißt es weiter, dass die Landesregierung in ihrer Antwort an die Grünen die Weigerung des Bundes kritisiere, die durch den Moorbrand entstandenen Klimaschäden zu kompensieren. Dabei geht es um einen Betrag in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro. Das zuständige Bundesverteidigungsministerium erkenne jedoch keine rechtliche Verpflichtung zur Zahlung eines Ausgleichs. Aus Sicht des Umweltministeriums sei es jedoch unbestritten, dass die Bundeswehr den "sehr erheblichen Schaden" angerichtet habe: "Die Landesregierung vertritt daher die Auffassung, dass eine Verantwortung des Bundes für den eingetretenen Schaden besteht und daraus zumindest eine politische Pflicht zum Ausgleich des Klimaschadens durch den Bund zwingend abzuleiten ist."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 16.07.2021 | 06:30 Uhr

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