Stand: 03.02.2017 08:48 Uhr

Tödlicher Unfall: BFU untersucht Leichtflugzeug

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges in Melle im Landkreis Osnabrück ist die Ursache weiter unklar. Die Polizei hält sowohl einen technischen Defekt als auch einen Pilotenfehler für möglich. Die Untersuchungen der Spezialisten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig dürften zwei bis drei Tage dauern. Der Pilot des motorisierten Leichtflugzeugs ist am Donnerstag ums Leben gekommen, als sein Fluggerät in etwa 20 Metern Höhe gegen den Gittermast einer Windkraftanlage prallte und in Flammen aufging.

Pilot war erfahrener Flieger

"Es ist nach unseren Erkenntnissen erstmals in Deutschland, dass es eine solche Kollision gab", sagte der Sprecher der BFU in Braunschweig, Germout Freitag, der Deutschen Presse-Agentur. Der Pilot, ein 40-Jähriger aus Melle-Neuenkirchen, war der Polizei zufolge vom nahe gelegenen Sportflugplatz Melle-Grönegau gestartet. Polizei und Feuerwehr hatten die Unfallstelle und die nähere Umgebung am Donnerstag nach möglichen weiteren Opfern. "Es war erst davon die Rede, dass der Pilot einen Passagierflug vorhatte und der Passagier nicht gekommen war", sagte Polizeisprecherin Anke Hamker. Später wurde den Beamten bestätigt, dass der Pilot alleine losgeflogen war.

Karte: Absturzstelle des Leichtflugzeugs

Flugbedingungen waren gut

Am Flugplatz Melle-Grönegau, etwa 1,5 Kilometer westlich der Stadt, reagierten die Mitglieder des SFC Melle-Grönegau e.V. mit Bestürzung. "Es handelt sich um eine Vereinsmaschine, der Pilot fliegt seit Jahren und gilt als sehr erfahren", sagte der frühere Vorsitzende, Gerhard Sperber. Auch der erfahrene Pilot Sperber hat keine Erklärung für den Unfall. "Die Sichtverhältnisse waren sehr gut, das passte eigentlich alles", sagte er. "In der Anflugrichtung hatte der Pilot zudem die Sonne im Rücken, so dass er auch nicht geblendet worden sein kann." Beim Landeanflug auf den Flugplatz ist eine Platzrunde vorgeschrieben, bei der die Windkraftanlage als Hindernis aber eingetragen sei. Auf dieser Runde dürfe die Flughöhe auch niedriger sein. Der Flugplatz wird vor allem von Segelfliegern frequentiert, hat aber auch Motorflug-Aktivitäten und verfügt über eine gut 600 Meter lange Asphaltbahn in West-Ost-Richtung.

Flugzeugtyp in Flugschulen im Einsatz

Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich nach Polizeiangaben um eine einmotorige Propellermaschine vom Typ Diamond DA 20 A1. Das zweisitzige Flugzeug aus faserverstärktem Kunststoff ist nach Angaben des Herstellers sieben Meter lang, hat eine Spannweite von knapp elf Metern. Derartige Maschinen sind wegen ihres sparsamen Rotax-Motors, ihrer Wendigkeit und ihres aerodynamischen Designs auch als Schulflugzeuge beliebt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2017 | 14:00 Uhr

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