Stand: 03.06.2020 10:52 Uhr

Temperaturen in Lingen "mit Vorsicht zu genießen"

Die Wetterstation in Lingen. © Jannes Wessel/WetterOnline Foto: Jannes Wessel
Die DWD-Messstation in Lingen sorgte schon 2019 für Diskussion.

Die Temperaturen in Lingen (Landkreis Emsland) versprechen auch in diesem Jahr, ein heißes Thema zu bleiben. Nach dem vermeintlichen Hitzerekord aus dem Vorjahr steht die Messstation südlich des Emslandstadions auch am bisher wärmsten Tag dieses Jahres im Fokus. Abgesehen von Küste und Harz meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag "recht verbreitet um 27 Grad in Niedersachsen", sagte Thore Hansen, Meteorologe des DWD, am Mittwoch gegenüber NDR.de. Nur Lingen hatte einen Ausreißer - und lag mit 30,7 Grad drei Grad über den Höchsttemperaturen in Dörpen (28,8 Grad) und Uelzen (27,7 Grad).

Karte: Lage der Wetterstation Lingen

DWD führt Vergleichsmessung ein

Jedoch: Lingen sei mit Bezug auf die Tageshöchsttemperaturen "mit Vorsicht zu genießen". Bei den Werten komme es "bei bestimmten Wetterlagen mit viel Sonne und wenig Wind vermutlich zu Übertreibungen", sagte Hansen. Der DWD untersuche das. In Kürze werde es auf dem Gelände des Messfeldes unweit der Station eine zweite Messung geben, um die Werte zu vergleichen und zu sehen, ob oder in wie weit die Lingener Hauptmessstelle übertreibt.

Streit um Hitzerekord

2019 war in Lingen der Hitzerekord mit 42,6 Grad gemessen worden. Der Wetterdienstleister Wetteronline hatte es abgelehnt, diesen Höchstwert anzuerkennen. Die Messungen seien "inakzeptabel", der Rekord "unbrauchbar", hieß es damals. Internationale Standards würden nicht eingehalten. Der DWD hielt dagegen und wies die Kritik an der Messstation zurück. Die Bedingungen seien "in Ordnung, was diese Temperaturmessung angeht", sagte der DWD im vergangenen Jahr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 03.06.2020 | 08:30 Uhr

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