Tag des Lärms: Anwohner demonstrieren gegen Motorrad-Lärm

Stand: 30.04.2021 15:12 Uhr

Lärm kann krank machen. Darauf haben am Mittwoch unter anderem in Osnabrück zahlreiche Anwohner aufmerksam gemacht. Sie wehren sich gegen Motorrad-Lärm.

Sie wohnen in Melle und Georgsmarienhütte - an einer beliebten Motorradstrecke im Landkreis Osnabrück. Um zu zeigen, wie laut das werden kann, haben Anwohner am Mittwoch einen Rasenmäher vor die Kreisverwaltung gebracht - und angestellt. Unter dem Lärm des Zweitakters sprachen die Demonstranten mit Landrätin Anna Kebschull (Grüne). Rüttelstreifen auf der Straße und Lärmdisplays reichten nicht aus. Es müsse mehr Polizeikontrollen geben, so die Meinung der Anwohner.

Jahrelanger Protest im Weserbergland

Besonders lärmgeplagt sind auch Harz und Weserbergland. Dort protestieren zahlreiche Initiativen seit vielen Jahren gegen Motorradlärm. Plakate aufzuhängen und Polizeiaktionen wie "Kaffee statt Knöllchen" hätten bisher zu wenig bewirkt, so Edith Götz vom Verein Motorradlärm Weserbergland. Der Verein forderte, dass nach dem Tiroler Modell bestimmte Straßen für besonders laute Maschinen über 95 Dezibel gesperrt werden. "Dieser ständige Lärm wird wirklich zum elementaren Problem", so Götz. "Wenn in der Stunde wirklich mehrere Hundert Motorräder an den Häusern vorbeifahren, dann kann man dort einfach nicht mehr wohnen."

Tiroler Modell wohl nicht umsetzbar

Der Holzmindener Landrat Michael Schünemann (CDU) ließ das Tiroler Modell prüfen. Die Juristen des Landeskreises kamen aber zu dem Ergebnis, dass es aus rechtlichen Gründen wohl nicht eingeführt werden könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 28.04.2021 | 15:00 Uhr

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