Stand: 27.10.2012 17:25 Uhr

Starkstrom: Eine unterschätzte Gefahr

Ein Zugwaggon steht auf Bahngleisen. © NDR Foto: Nina Draxlbauer
Junge Leute, die auf Waggons klettern, begeben sich Lebensgefahr. (Archivbild)

Sie sind jung, wagemutig und mancher von ihnen bezahlt den Nervenkitzel mit dem Leben. Immer wieder kommt es vor, dass junge Leute auf Bahnwaggons klettern und dabei den Hochspannungsleitungen zu nahe kommen - 15.000 Volt haben eine fatale Wirkung. Auch in Niedersachsen sind in diesem Jahr Menschen durch solche Unfälle ums Leben gekommen oder überlebten schwer verletzt bis hin zu Amputationen von Armen und Beinen. Um vor Dummheiten wie diese zu warnen, hat die Bundespolizei in der Nacht zu Sonnabend erstmals in Deutschland eine Aufklärungsaktion gestartet - und zwar in Osnabrück, direkt vor drei Diskotheken in Bahnhofsnähe.

Zehn Unfälle pro Jahr

Allein in Osnabrück sind dieses Jahr zwei junge Menschen durch Hochspannungsleitungen der Bahn schwer verletzt worden. Sie bleiben wohl durch erlittenen Verbrennungen für ihr Leben gezeichnet. Diese Erfahrungen haben die Beamten der Bundespolizei an die vielen jungen Leute weitergegeben, die sich trotz der niedrigen Temperaturen am Infostand vor den Tanzclubs erkundigten. Pro Jahr gibt es allein in Niedersachsen etwa zehn Unfälle dieser Art. Dabei seien fast alle vermeidbar gewesen, sagte Polizeisprecher Heiner Pahlmann.

Unterschätzte Gefahr

Die Gefahren seien offenbar nicht hinreichend bekannt oder würden unterschätzt. Immer wieder versuchten meist junge Leute aus unterschiedlichen Gründen auf Eisenbahnwaggons zu klettern. Dabei könne es sogar schon zu Stromschlägen kommen, wenn der Körper noch 1,50 Meter von der Leitung entfernt ist. Die Folge: Entweder sind die Opfer sofort tot oder kommen nur mit schwersten Verbrennungen davon. An der Aufklärungsveranstaltung in Osnabrück hätten sich mehr Jugendliche beteiligt, als erhofft, so Pahlmann. Weitere Aktionen sollen folgen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.04.2020 | 10:00 Uhr

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