Stand: 22.01.2019 18:07 Uhr

Schlachthof-Kontrolle: Viele Betriebe haben Mängel

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In 14 von 18 Betrieben stellten die Kontrolleure Mängel fest. (Archivbild)

Bei unangekündigten Kontrollen niedersächsischer Schlachthöfe sind viele Mängel entdeckt worden. 14 von 18 kontrollierte Betriebe hätten Mängel aufgewiesen, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Als technische Mängel seien etwa Wartungsmängel bei den Bolzenschussapparaten oder nicht geeignete Fixationseinrichtungen beanstandet worden, heißt es. "Als Tierschutzverstoß wurde in einem Fall ein Wartestall ohne Witterungsschutz vorgefunden", sagte eine Sprecherin des Ministeriums NDR.de. Die Abstellung der festgestellten Mängel werde jetzt von den kommunalen Überwachungsbehörden veranlasst und überwacht.

 

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Schlachthof in Bad Laer musste vorübergehend geschlossen werden.

In einem Fall waren die Missstände so gravierend, dass der Schlachthof kurzzeitig geschlossen werden musste. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen handelte es sich dabei um einen Schlachthof in Bad Laer (Landkreis Osnabrück). Dort wurden demnach mehrere verschmutzte, teilweise auch verrostete Geräte entdeckt, wie ein Sprecher des Landkreises dem NDR beschrieb. In einigen Räumen blätterte Deckenfarbe ab, auch die Fußböden seien verschmutzt gewesen. Die Hygienemängel waren demnach so gravierend, dass der Betrieb erst zwei Tage nach der Schließung wieder öffnen durfte. Kleinere Schwachstellen habe es zwar noch gegeben, die Lebensmittelsicherheit sei aber nicht mehr gefährdet gewesen, teilte der Landkreis mit.

Technische Probleme beim Betäuben der Tiere

In zwei Betrieben gab es nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums technische Probleme beim Betäuben der Tiere. In weiteren zehn Betrieben wurden kleinere Mängel im Tierschutz festgestellt. Die Erkenntnisse aus den Kontrollen sollen nun in die verschiedenen Maßnahmen einfließen, die das Ministerium auf den Weg bringen will, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). "Dazu gehört etwa die Einführung verpflichtender turnusmäßiger Kontrollen der Betäubungsgeräte und -anlagen der Schlachthöfe durch die technischen Sachverständigen des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES)", so die Ministerin. Derzeit bereite das Ministerium außerdem eine Bundesratsinitiative vor mit dem Ziel einer verbindlichen Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben. "Die Ergebnisse aus den Kontrollen bestärken mich in diesem Vorhaben", sagte Otte-Kinast am Dienstag.

Neustart in den Schlachthöfen als Ziel

Bereits am Montag vor einer Woche hatte das Landwirtschaftsministerium über die unangekündigten Kontrollen durch Expertenteams des LAVES informiert. Agrarministerin Otte-Kinast hatte zuvor einen Neustart in den Schlachthöfen gefordert. Als weitere Ansätze gelten eine Verbesserung der Aus- und Fortbildung für Amtsveterinäre. Dafür soll es in Zukunft auch mehr Geld geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 22.01.2019 | 17:00 Uhr

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