Stand: 28.07.2020 07:02 Uhr

Osnabrück: Noch viele tote Fische in der Hase

Von einer Brücke in Osnabrück aus werden große Mengen Wasser in den Fluss Hase mit Löschpumpen gespritzt. © Stadt Osnabrück Foto: Gerhard Meyering
Millionen Liter sauberes Wasser wurden bereits in die Hase gepumpt.

Mitarbeitende des Unterhaltungsverbands Hase-Bever sammeln weiter tote Fische aus dem Fluss Hase. Diese Arbeit werde auch noch einige Zeit dauern, teilte die Stadt Osnabrück mit. Bislang seien rund zwei Tonnen toter Fische aus dem Fluss geholt worden, sagte ein Sprecher. Das Fischsterben war durch Löschwasser ausgelöst worden, das vor einer Woche beim Großbrand im Industriegebiet Fledder in die Hase gelangt war. Dort sind die abgebrannten Gebäude nach Angaben der Stadt mittlerweile so gesichert worden, dass kein kontaminiertes Wasser mehr in die Hase fließen kann. Auch die Keller der beiden betroffenen Gebäude wurden demnach leergepumpt. Außerdem sollen Boden und Grundwasser auf eine mögliche Belastung mit Schadstoffen untersucht werden, wenn der Brandschutt beseitigt ist.

VIDEO: Tote Fische: Hase durch Löschwasser verseucht (2 Min)

Landkreis: Sauerstoffwerte "in akzeptablem Bereich"

Kontrollen des Landkreises Osnabrück am Wochenende waren unauffällig, wie der Landkreis mitteilte. Am Montagvormittag habe sich auf der Hase bei Bramsche etwas Schaum gebildet, aber nur in Bereichen mit Abstürzen oder höheren Fließgeschwindigkeiten. "Die Sauerstoffwerte der Hase im Gebiet des Landkreises waren dabei alle in einem akzeptablen Bereich", sagte ein Landkreissprecher. Die Zuleitung in den Alfsee bleibe weiterhin geschlossen, zudem werde weiter Wasser aus dem Mittellandkanal in den Fluss gespeist.

Empfehlung: In der Hase nicht angeln oder baden

Ende vergangener Woche hatte die Stadt mitgeteilt, dass der Fluss im Stadtgebiet wieder weitgehend frei von Schadstoffen sei. Vor dem Verzehr von Fischen aus der Hase wurde jedoch gewarnt: In den kommenden zwei Wochen solle nicht in dem Fluss geangelt werden. Auch vom Baden wurde abgeraten.

Erholungsphase wird wohl Jahre dauern

Experten zufolge wird sich der Tierbestand in der Hase erst in zwei bis drei Jahren komplett erholt haben. Am Donnerstag hatte der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz der Stadt, Detlef Gerdts, die Hase in dem betroffenen Bereich bei NDR 1 Niedersachsen als "klinisch tot" bezeichnet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 27.07.2020 | 15:30 Uhr

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