Stand: 25.04.2020 15:18 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Osnabrück: 47 Flüchtlingskinder sind wohlauf

Die Kinder und Jugendlichen waren am 18. April am Flughafen Hannover gelandet und wurden in eine Einrichtung in den Landkreis Osnabrück gebracht.

Den 47 Kindern und Jugendlichen, die am Sonnabend vor einer Woche aus griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland geholt wurden, geht es nach Angaben der Behörden gut. Noch eine weitere Woche bleiben sie im Landkreis Osnabrück in Quarantäne, um einen Corona-Infektion auszuschließen. Bereits bei der Erstuntersuchung unmittelbar nach der Ankunft hatte sich laut Landkreis abgezeichnet, dass die vier Mädchen und 43 Jungen, abgesehen von wenigen körperlichen Beschwerden, in einem guten körperlichen Zustand sind. Die leichten Beschwerden seien überwiegend auf die mangelnde Hygiene in den überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln zurückzuführen.

Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse

Die unbegleiteten Flüchtlingskinder aus Syrien, Afghanistan und Eritrea sind in einer Einrichtung untergebracht, deren Ort zu ihrem Schutz geheim gehalten wird. Die erste Woche ist nach Angaben des Landkreises gut verlaufen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis 17 Jahren werden von pädagogischen Fachkräften und dem Team einer internationalen Hilfsorganisation betreut. Drei junge Afghanen, die vor einiger Zeit ebenfalls als unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland gekommen waren, helfen bei der Übersetzung. Die Pädagogen bringen den Mädchen und Jungen erste Worte und Redewendungen auf Deutsch bei. Außerdem helfen sie bei der Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen, über die einige Kinder und Jugendliche berichtet hatten.

Kinder werden deutschlandweit untergebracht

Nach der zweiwöchigen Quarantäne sollen die Flüchtlingskinder in Städten und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet untergebracht werden. Einige von ihnen hätten Verwandte in Deutschland, bei denen sie in Zukunft leben könnten, so der Landkreis Osnabrück. Insgesamt will Deutschland 350 bis 500 unbegleitete Minderjährige aus Lagern auf den griechischen Inseln aufnehmen - insbesondere Kinder unter 14 Jahren, kranke Kinder und Mädchen. Neben Deutschland haben sich unter anderem auch Frankreich, Portugal, Irland und Finnland zur Aufnahme der Minderjährigen bereit erklärt. EU-weit sollen rund 1.600 unbegleitete Minderjährige untergebracht werden. Außer Deutschland hat auch Luxemburg schon erste Jugendliche aufgenommen.


04.05.2020 12:11 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es fälschlicherweise, die Flüchtlingskinder seien zwischen drei und 17 Jahre alt. Richtig ist, dass das jüngste Kind acht Jahre alt ist. Wir bedauern diesen Fehler.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 25.04.2020 | 17:00 Uhr

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