Stand: 24.09.2020 15:20 Uhr

Neuer AfD-Landeschef Kestner will Guth loswerden

Jens Kestner und Dana Guth (beide AfD) reichen sich die Hand. © picture alliance/Swen Pförtner/dpa Foto: Swen Pförtner
Jens Kestner (links) unterstützt ein Parteiausschluss-Vorhaben gegen Vorgängerin Dana Guth.

Kaum zwei Wochen im Amt muss Jens Kestner, neuer Vorsitzender der AfD in Niedersachsen, seine Mitglieder durch schwierige Zeiten navigieren. Nach den Austritten von Kestners Vorgängerin Dana Guth sowie Jens Ahrends und Stefan Wirtz aus der neunköpfigen Landtagsfraktion ist diese zerbrochen. Das kostete die Partei parlamentarischen Einfluss und viel Geld - 100.000 Euro im Monat. Bundesfraktionschef Alexander Gauland hat daraufhin angekündigt, Guth aus der Partei werfen zu wollen. Kestner unterstützt die Forderungen nach einem Parteiausschluss in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

VIDEO: Zerfall der AfD-Fraktion: Was wird aus Dana Guth? (3 Min)

Kestner sieht parteischädigendes Verhalten

Kestner warf Guth demnach vor, eine schlechte Verliererin zu sein und wertete den Vorgang als parteischädigendes Verhalten. "Es ist unverantwortlich, dass sich Frau Guth aufgrund ihrer Niederlage bei der Wahl zum Landesvorsitz und aus Sorge, nun auch nicht wieder an die Fraktionsspitze gewählt zu werden, so verhalten hat", sagte der Bundestagsabgeordnete aus Northeim, der dem offiziell aufgelösten völkisch-nationalistischen "Flügel" zugerechnet wird, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Kestner war auf dem Landesparteitag in Braunschweig in einer Kampfabstimmung zum neuen Niedersachsen-Chef der Partei gewählt worden.

AfD hat mit innerparteilichem Streit zu kämpfen

Spaltungen von Landtagsfraktionen oder Austritte von Abgeordneten nach innerparteilichen Konflikten kamen bei der AfD schon öfter vor - so etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bremen. Auch in Bremen verlor die AfD dadurch den Fraktionsstatus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.09.2020 | 10:00 Uhr

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