Stand: 18.06.2019 06:30 Uhr

Moorbrand: Kommunen warten auf Entschädigung

Während der Löscharbeiten beim Moorbrand fehlten die freiwilligen Feuerwehrleute an ihren Arbeitsplätzen. (Archivbild)

Ein Dreivierteljahr nach dem Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen warten die Kommunen noch immer darauf, dass die Bundeswehr die Kosten für die Einsätze der Feuerwehren erstattet. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Allein in der Grafschaft Bentheim steht demnach eine Rechnung von mehr als einer halben Million Euro aus. Im Landkreis Emsland ist es sogar fast eine Million Euro, die noch nicht von der Bundeswehr gezahlt wurde.

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Moorbrand: Bundeswehr bedankt sich mit Fest

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Kommunen streckten Entschädigungen für Arbeitgeber vor

Bei den Kosten geht es um kaputte Wasserschläuche, Schäden an Feuerwehrwagen, das Messen von Schadstoffen sowie um den Ausfall der freiwilligen Feuerwehrleute bei ihren Arbeitgebern. Die Landkreise und Kommunen haben die Entschädigungszahlungen für die Firmen vorgeschossen. Jetzt müssten die Verwaltungen mit diesem Minus leben und arbeiten, sagte Uwe Vernim, Kreisbrandmeister der Grafschaft Bentheim. Dabei gehe es um große Summen. Nebenbei liefen die Neuanschaffungen für die Feuerwehren weiter, so Vernim.

Innenministerium hat Kosten gebündelt

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte nach dem Moorbrand zugesagt, die Schäden unbürokratisch und schnell zu regulieren. Doch es wird wohl noch dauern, bis das Geld bei den Kommunen ankommt. Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat seine Rechnungen an das niedersächsische Innenministerium geschickt, wo die Kosten der Kommunen gebündelt wurden. Laut Ministerium sind inzwischen alle Ansprüche eingegangen und bereits geprüft worden. Sie sollen jetzt zeitnah an den Bund übermittelt werden.

Bundeswehr hat auf Forderungen noch nicht reagiert

Der Landkreis Emsland hat auf den kürzeren Weg gesetzt und seine Forderungen direkt an die Bundeswehr geschickt. Auf eine Entschädigung warten die Kommunen aber auch dort noch. Wann Geld fließt, werde derzeit in finalen Gesprächen geklärt, sagte ein Kreissprecher. Trotz dieses Ärgers um Entschädigungszahlungen wären die Feuerwehren bei einem erneuten Brand sofort wieder zu Stelle, sagte Kreisbrandmeister Vernim. "Wenn wir heute wieder so etwas hätten, hätten wir unsere Leute sofort wieder da."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.06.2019 | 08:00 Uhr

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