Stand: 16.01.2019 15:24 Uhr

Missbrauch: Bischof Bode fordert Zentralgericht

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich im Interview mit dem Portal katholisch.de erneut zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche geäußert. Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz fordert einen zentralen Gerichtshof für alle Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche und eine bessere regionale Zusammenarbeit der Bistümer. Bode selbst hatte in der Vergangenheit Fehler im Umgang mit Vorwürfen zugegeben und an Weihnachten um "Vergebung und Entschuldigung" gebeten.

Missbrauchsfälle: Bischofskonferenz arbeitet nicht zielgerichtet

Bode kritisierte in dem Gespräch, dass es in der innerkirchlichen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch die Bischofskonferenz, in der aktuell 65 Bischöfe aus 27 Diözesen organisiert sind, zu langsam vorangehe. "Wir brauchen in der Bischofskonferenz viel Zeit für die Beschäftigung mit diesem Thema. Es sind nun aber schon mehr als 16 Jahre, in denen wir vom Missbrauchsskandal wissen", sagte Bode. "Trotzdem arbeiten wir noch immer nicht an den Kernfragen." Ein zentraler Gerichtshof biete die Möglichkeit einer "unabhängig und mit größerer Kompetenz" geführten Aufklärung. Ähnlich hatte sich Bode im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen im vergangenen Monat bereits geäußert.

Problemlösung: Bode befürwortet Arbeit in regionalen Gruppen

Der 67-Jährige befürwortet zudem eine stärkere Zusammenarbeit der Bistümer in regionalen Gruppen. Bereits bestehende Zusammenschlüsse hätten das in Süddeutschland vorgemacht. "Wir norddeutschen Bischöfe befinden uns in einer Diaspora-Situation, in der die offenen Fragen oft brennender sind als anderswo. Untereinander können wir in einem Vertrauensraum reden, uns leichter verständigen und vordenken", sagte Bode. "Und wenn wir, gern gemeinsam mit anderen Bischöfen, eine Lösung für bestimmte Probleme gefunden haben, stellen wir sie in der Bischofskonferenz vor." Bode hatte sich mehrfach für eine gemeinsame Missbrauchsaufarbeitung seines Bistums in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim ausgesprochen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 16.01.2019 | 17:00 Uhr

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