Stand: 25.07.2020 09:18 Uhr

Lingen: Nach dem Hitzerekord bleiben Zweifel

Die Sonne geht hinter einer Wetterwarte auf. © dpa/picture-alliance Foto: Christophe Gateau
Der Standort der Lingener Wetterstation wird kritisiert. (Archivbild)

Vor genau einem Jahr hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Lingen mit 42,6 Grad die bundesweit höchste Temperatur aller Zeiten gemessen. Der Hitzerekord steht allerdings immer noch auf dem Prüfstand, da andere Stationen im Emsland erheblich abweichende Werte übermittelt hatten. Der DWD veröffentlicht wegen der großen Unterschiede und wegen der Kritik am Standort der Wetterstation in diesem Jahr keine Daten aus Lingen.

Zweiter Sensor liefert Kontrolldaten

An der umstrittenen Wetterstation misst derzeit ein zusätzlicher Sensor die Temperaturen. Der DWD hat angekündigt, die Daten zu vergleichen und in einigen Monaten auszuwerten. Den von Bäumen umringten Standort in der Nähe eines Schwimmbads sehen die Verantwortlichen unkritisch. Auch die Technik funktioniere einwandfrei, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Insofern sei der Hitzerekord aus dem vergangenen Jahr auch immer noch gültig.

Neue Wetterstation kommt 2021

Weil die Bäume rund um die Wetterstation in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind, plant der Deutsche Wetterdienst allerdings schon seit längerem einen Umzug in den Lingener Ortsteil Baccum. Die Messtation dort wird derzeit gebaut und soll im Frühjahr 2021 fertig sein. "Ab diesem Zeitpunkt wird es wieder offizielle Messwerte aus Lingen geben, die dann auch international wieder verbreitet werden", so Friedrich.

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Die Wetterstation in Lingen. © Jannes Wessel/WetterOnline Foto: Jannes Wessel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.07.2020 | 09:00 Uhr

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