Stand: 03.08.2016 11:28 Uhr

Leiche vergraben: Dritter Verdächtiger gefasst

Im Fall des auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Nordhorn (Grafschaft Bentheim) ausgegrabenen Toten ist ein dritter Tatverdächtiger gefasst worden. Nach Angaben der Polizei wurde der 60-jährige Niederländer am Dienstagabend bei Münster (Nordrhein-Westfalen) festgenommen. Am Mittwochmorgen sei er beim Amtsgericht in Nordhorn vorgeführt worden. Ob es sich bei dem Toten um den gesuchten Niederländer Juan Antonio A. handelt, ist noch unklar. Die Obduktion sei zwar schon erfolgt, sagte ein Polizeisprecher. Er wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. Zunächst müsse sich die Polizei in dem "komplexen Verfahren" selbst einen genauen Überblick verschaffen, bevor sie mit Details an die Öffentlichkeit gehen könne, sagte er NDR.de am Mittwochmorgen. Bei einer groß angelegten Suchaktion auf dem etwa vier Hektar großen Gehöft am Rande von Nordhorn hatten Beamte am Dienstag die im Boden vergrabene Leiche gefunden. In der kommenden Woche will die Polizei Details zu dem Fall bekannt geben.

Leiche nur mithilfe modernster Mittel auffindbar

Dutzende deutsche und niederländische Polizisten hatten seit Montagabend nach Spuren in dem Gehöft und auf dem Grundstück gesucht. "Unter Einsatz modernster technischer Mittel und eines speziell ausgebildeten Spürhundes" entdeckten sie nach Angaben des Polizeisprechers am Dienstag den Toten. "Er lag so tief in der Erde, dass man ihn ohne Weiteres nicht hätte finden können", so der Sprecher. Zudem nahmen die Beamten einen 22-Jährigen, der in dem Haus wohnte, fest. Sein 48 Jahre alter Vater wurde bereits vor einigen Tagen wegen einer anderen Sache in den Niederlanden verhaftet. Bei dem jetzt festgenommenen 60-Jährigen soll es sich um den Bruder des 48-Jährigen handeln. Die drei Männer stehen im Verdacht, den Niederländer getötet zu haben.

Verdächtige betrieben Hanfplantage

Der 50-jährige Juan Antonio A. wird seit Mitte Mai vermisst und soll sich kurz vor seinem Verschwinden für einige Zeit in der Wohnung der Verdächtigen aufgehalten haben. "Aufgrund der Gesamtumstände gehen die niederländische Polizei in Amsterdam, die deutsche Polizei und die Staatsanwaltschaft davon aus, dass A. einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist", teilte die Polizei am Montag mit. Aus einem anderen Ermittlungsverfahren sei bekannt, dass die drei Tatverdächtigen gemeinsam mit dem Vermissten auf dem Grundstück eine illegale Hanfplantage betrieben. "Und hier auf dem Grundstück, wo der Vermisste auch regelmäßig anzutreffen war, laufen alle Fäden zusammen", so der Polizeisprecher.

Auto des Mannes in Amsterdam gefunden

Eine Halle in der Nachbarschaft war bereits im Mai nach Hinweisen auf eine Drogenplantage von der Polizei durchsucht worden. Tatsächlich fanden die Beamten damals 127 Cannabis-Pflanzen. Auf die Spur des Vermissten kamen die Ermittler eher durch einen Zufall. Mitte Mai fiel das Auto des 50-Jährigen in Nordhorn auf, weil es falsch geparkt war. Zwei Tage später fand die Polizei den Pkw samt Handy und Portemonnaie dann in Amsterdam. Seitdem fehlte von Juan Antonio A. jede Spur.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.08.2016 | 12:00 Uhr

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