Stand: 08.06.2018 19:39 Uhr

Heuschrecken im Speckmantel in Osnabrücker Mensa

Würmer im Burger, Heuschrecken als Snack für zwischendurch: Seit Beginn des Jahres sind Insektenprodukte in Deutschland als Nahrungsmittel zugelassen - verbreitet sind sie aber lange noch nicht. Entsprechend waren die Reaktionen an der Mensa der Universität in Osnabrück, wo am Freitag Osnabrücker Studenten der Lebensmitteltechnologie zu einem speziellen "Probeessen" geladen hatten. Im Angebot für mutige Studenten: karamellisierte Heuschrecken im Speckmantel, Kräcker mit Maden und Kartoffelpuffer mit Insekten.

Heuschrecken in einer Bratpfanne

Insekten essen: Nahrungsquelle der Zukunft?

Hallo Niedersachsen -

Heuschrecken im Speckmantel, Kartoffelpuffer mit Würmern: Lebensmittelforscher der Uni Osnabrück probieren in der Mensa aus, wie gut Rezepte mit Insekten ankommen.

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Essens-Alternative mit ernstem Hintergrund

Das spezielle Menü hat einen ernsten Hintergrund. Jamina Zaugg, die das Insektenessen an der Uni Osnabrück organisiert hat, verweist auf die Vorteile des Nahrungsmittels gegenüber "herkömmlichen Fleischangeboten". Insbesondere in Bezug auf die Nachhaltigkeit und die Umwelt seien Insekten viel besser geeignet als etwa Rinder, sagte Zaugg NDR 1 Niedersachsen. Insekten als Nahrungsquelle würden vergleichsweise viele Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße enthalten, gleichzeitig seien der Wasserverbrauch und der Ausstoß von Kohlendioxid im Vergleich zu Rindern deutlich geringer, so Zaugg. Ein Umdenken in Sachen Ernährung fordert Sebastian Biedermann vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück. Er verweist auf die wachsende Weltbevölkerung. Weil sich abzeichne, dass die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln mit den bestehenden Produktionssystemen irgendwann nicht mehr funktioniere, müssten Alternativen gesucht werden, sagte Biedermann dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen.

Insektenburger im Supermarkt

Auf Insekten als Nahrungsquelle setzen auch Baris Özel und Max Krämer, zwei Jungunternehmer aus Osnabrück. Ihre von einer Asien-Reise mitgebrachte Idee zu einem Insektenburger ist zu einem expandierenden Geschäftsmodell geworden. Nachdem Özel und Krämer ihre Bratlinge aus Würmern und Soja zunächst nur an Restaurants in den Niederlanden und Belgien lieferten, stellen seit diesem Jahr auch einige Supermärkte in Deutschland ihr Produkt in die Regale. Nun sind Özel und Krämer auch in ihrer Heimatstadt angekommen: Seit Freitag haben zwei Supermarktfilialen in Osnabrück die Insektenburger-Bratlinge ins Sortiment aufgenommen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.06.2018 | 19:30 Uhr

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