Stand: 12.08.2018 14:17 Uhr

Großvater und Enkelin tot: Warum stürzte Flugzeug ab?

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Einsatzkräfte löschen das Wrack des Flugzeugs, in dem Großvater und Enkelin starben.

Nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Melle (Landkreis Osnabrück) am Sonnabend, bei dem ein Großvater und seine 14-jährige Enkelin ums Leben gekommen sind, wird nach der Ursache gesucht. Wie ein Sprecher der zuständigen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig am Sonntag gegenüber NDR.de mitteilte, werden genaue Ergebnisse voraussichtlich erst in etwa einem Jahr vorliegen. Zwei Mitarbeiter würden in den kommenden Monaten alle Informationen zu dem Unglück zusammentragen und diese dann gründlich auswerten. Dieses Verfahren werde bei sämtlichen Flugzeugabstürzen angewandt, so der Sprecher.

Hinweise auf Motoraussetzer

Nach Angaben der Polizei hatte bei dem Unglück der 74-jährige Mann am Steuer des Flugzeugs gesessen. Kurz nach dem Abheben fiel die Maschine in einen Graben an einer Landstraße und ging in Flammen auf. Möglicherweise gab es technische Probleme. "Es gibt Hinweise auf einen Motoraussetzer", sagte der Vorsitzende des am Platz beheimateten Segelfliegerclubs SFC Melle Grönegau, Bernd Dammeyer. Die Feuerwehr berichtet von Zeugen, die ungewöhnliche Motorgeräusche wahrgenommen hätten.

74-Jähriger galt als "extrem erfahren"

Nach Informationen der Polizei stammen beide Opfer aus Melle. Sie starben noch im Flugzeug. Der 74 Jahre alte Pilot gehörte wie Dammeyer dem Segelfliegerclub SFC Melle Grönegau an, nach Angaben des Vorsitzenden war er "zuverlässig, versiert und umsichtig." Er "hatte alle erforderlichen Lizenzen, er galt als extrem erfahren", sagte der Vereinsvorsitzende Dammeyer. Der Mann sei pensionierter Berufspilot gewesen, der für das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) freiberuflich Check-Flüge für Verkehrsflugzeugführer abgenommen habe.

Pilot versuchte wohl notzulanden

Dammeyers Einschätzung zufolge hatte der Pilot noch eine Notlandung versucht. "Am Unfallort stehen drei Bäume - hätte er die noch überfliegen können, hätte er sicher auf einem Acker notlanden können", sagte der Vereinsvorsitzende. Laut Polizei streifte der Pilot jedoch die Baumkronen und stürzte daraufhin ab.

Die Stadtverwaltung von Melle reagierte betroffen: "Die Nachricht vom schweren Flugunfall mit den beiden Toten erfüllt uns mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit", erklärte Stadtsprecher Jürgen Krämer am Unglücksort.

Ermittlungen zur Absturzursache laufen

Dort beseitigten Einsatzkräfte die Trümmer. Bei dem Flieger handelte es sich den Angaben zufolge um ein zweisitziges Propellerflugzeug: einen einmotorigen Tiefdecker des französischen Typs Dyn'Aéro MCR-01 - eine aus Faserverbundwerkstoff hergestellte, sehr wendige Maschine in Kompaktbauweise.

Drei Abstürze innerhalb weniger Tage

Vermehrt kommt es dieser Tage zu Flugzeugabstürzen: Erst am Donnerstag war ein Kleinflugzeug auf dem Flughafen Münster/Osnabrück abgestürzt - allerdings beim Landeanflug. Bei dem Unfall waren ebenfalls beide Insassen ums Leben gekommen. In Braunschweig verunglückte am Sonnabend zudem ein 15-jähriger Flugschüler tödlich.

Viele Flüge, mehr Unglücke

Einen - zum Beispiel wetterbedingten - Zusammenhang zwischen den Unglücken gibt es laut der BFU nicht. "Eine Erklärung ist lediglich, dass wir gerade Fliegerwetter haben", sagte ein BFU-Sprecher zu NDR.de. "Wenn viele Piloten in der Luft sind, passiert natürlich leider auch mehr. Das ist genauso wie auf der Autobahn." Von daher seien die drei Abstürze innerhalb weniger Tage auch nicht völlig außergewöhnlich. "Aber jedes Unglück ist natürlich eines zuviel", so der Sprecher.

Weitere Informationen

Tödlicher Unfall: Ermittlungen gegen Fluglehrer

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.08.2018 | 09:00 Uhr

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