Stand: 05.09.2017 19:15 Uhr

Grenzübergreifend: Polizei schnappt sechs Banden

Kriminelle Banden nutzen Landesgrenzen, um nach begangenen Taten schnell zu verschwinden. Um ihnen trotzdem auf die Spur zu kommen, muss auch der Austausch der Ermittler über Grenzen hinweg funktionieren. Vor knapp einem Jahr haben sich deshalb Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und die Niederlande bei der Bekämpfung von Einbruch-Kriminalität zusammengetan. Am Dienstag hat die "Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl" (ZEG WED) eine Bilanz ihrer Arbeit vorgestellt - und sich damit mehr als zufrieden gezeigt.

Sechs Einbrecherbanden geschnappt

"Die erste Bilanz der Ermittlungsgruppe kann sich sehen lassen", verkündete Bernhard Witthaut, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück. Das Team aus 14 Ermittlern und vier Analysten habe bislang sechs Banden geschnappt. Die Einbrecher hätten überregional, zum Teil auch international agiert. Das zeige, so Witthaut: "Der gewählte Ansatz aus grenzüberschreitender Analyse und Auswertung überregionaler Einbruchstaten ist genau richtig." Mehr als 110 Taten seien aufgeklärt, 35 Verdächtige ermittelt und davon 20 Personen festgenommen worden. Die meisten von ihnen sitzen laut Witthaut derzeit in Untersuchungshaft, einige wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt.

"Emotionale Geschichten" hinter den Diebstählen

Hinter all diesen Zahlen stecken Menschen und Schicksale - auch das machten die Ermittler bei ihrer Bilanz-Pressekonferenz deutlich. So habe man einer 70-jährigen Frau aus Werlte (Landkreis Emsland) ihren gestohlenen Familienschmuck im Wert von 10.000 Euro zurückgeben können. Eine 73-Jährige aus Osnabrück erhielt eine Halskette zurück, die sie 60 Jahre zuvor zur Konfirmation bekommen hatte. "Beispiele, die zeigen, welche hohen ideellen Werte und emotionale Geschichten sich teilweise hinter dem Stehlgut verbergen", so die Polizeidirektion Osnabrück.

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Geld von der EU

Partner der Osnabrücker sind die Bundespolizeidirektion Hannover, die Politie Eenheid Oost-Nederland und die Politie Eenheid Noord-Nederland. Außerdem arbeite die Ermittlungsgruppe eng mit den Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen und mit Europol zusammen, so die Polizeidirektion. Die ZEG WED wird von der EU gefördert: Aus dem "Inneren Sicherheitsfonds" ("Internal Security Fund", ISF) erhält das Projekt rund 600.000 Euro für zunächst drei Jahre.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 05.09.2017 | 17:00 Uhr

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