Stand: 05.03.2019 18:12 Uhr

"Gorch Fock": Werft-Pleite trifft auch Zulieferer

Am Dienstag war die marode "Gorch Fock" und die Elsflether Werft Thema im niedersächsischen Landtagsausschuss für Häfen und Schifffahrt.

Die Reparatur des deutschen Segelschulschiffs "Gorch Fock" hat die Elsflether Werft in finanziell so schweres Fahrwasser gebracht, dass das Unternehmen jüngst Insolvenz anmelden musste. Nach Erkenntnissen der Landesregierung hat das "Gorch-Fock"-Desaster aber auch etliche Zulieferfirmen in Schwierigkeiten gebracht. Das betreffe rund 560 Beschäftigte aus dem Umland von Elsfleth, erklärte ein Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums am Dienstag im Hafenausschuss des Niedersächsischen Landtags in Hannover. Diese Betriebe hätten bisher aber keinen Kontakt zum Ministerium aufgenommen. Auch zur neuen Leitung der Elsflether Werft gebe es noch keinen Kontakt. Das Wirtschaftsministerium wolle sich dafür einsetzen, alle Unregelmäßigkeiten zügig aufzuklären, sagte der Mitarbeiter.

Wird Zahlungsstopp bald aufgehoben?

Mitglieder des Landtagsausschusses zeigten sich im Gespräch mit dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen zuversichtlich, dass der im Dezember vom Bundesverteidigungsministerium verhängte Zahlungsstopp bald aufgehoben werde. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe sich dahingehend positiv in der jüngsten Sitzung des Verteidigungshaushaltsausschuss geäußert. Auch was den Einstieg eines Investors bei dem Elsflether Traditionsunternehmen betrifft, zeigten sich Ausschussmitglieder optimistisch. Die Werft sei eine "hübsche Braut", dort werde gute Arbeit geleistet.

Althusmann schließt Landeshilfen nicht aus

Zuvor hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) Finanzhilfen in Form von Bürgschaften nicht ausgeschlossen. Trotz der finanziellen Schieflage will die Werft mit einer neuen Spitze den Auftrag sichern.

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Die mit der Reparatur der "Gorch Fock" beauftragte Elsflether Werft hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Wie geht es nun weiter für die Mitarbeiter und das Segelschulschiff? Video (05:27 min)

Ex-Vorstandsmitglied: "Habe mich persönlich nicht bereichert"

Unterdessen hat Klaus W., ehemaliges Mitglied des Technikvorstandes der Elsflether Werft, Stellung bezogen zu den Vorwürfen gegen ihn. "Ich habe mich nicht persönlich bereichert", sagte er der "Nordsee Zeitung" in Emden. "Wir haben Geld zum Erhalt der Werft investiert." Alle Investitionen seien mit der damaligen Alleinaktionärin abgesprochen, genehmigt und von ihr ausdrücklich gewünscht worden, sagte W.

Vorwurf: Millionen veruntreut

Die Elsflether Werft hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Hintergrund sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe, was Verteidigungsministerin von der Leyen der inzwischen geschassten Leitungsriege der Werft zuschreibt.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 05.03.2019 | 18:00 Uhr

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