Eine Wählerin sitzt in der Wahlkabine für die Bundestagswahl und die Wahl des Abgeordnetenhauses. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Foto: Kay Nietfeld

Frauenanteil in Kommunalparlamenten steigt - aber nur leicht

Stand: 18.10.2021 15:00 Uhr

Vielerorts wird beklagt, dass zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik vertreten sind. Auch in der Region Emsland/Osnabrück? Ein Überblick nach der Kommunalwahl.

Der Anteil der Frauen in der Kommunalpolitik in der Region ist nach Informationen von NDR Niedersachsen leicht gestiegen. In der Grafschaft Bentheim sitzen in vielen Räten jetzt ein bis zwei Frauen mehr. Der größte Anstieg ist im Landkreis Osnabrück zu sehen: von rund 21 auf knapp 29 Prozent.

Drei Räte komplett ohne Frauen

Im Emsland lag der Frauenanteil vor der Wahl durchschnittlich knapp unter 20 Prozent, jetzt sind es 23 Prozent. Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Besonders niedrig ist der Frauenanteil etwa in der Samtgemeinde Sögel: Dort liegt er bei gerade mal sechs Prozent. Im Emsland gab es in der vergangenen Wahlperiode tatsächlich fünf Gemeinderäte, in denen gar keine Frau vertreten war. Das hat sich etwas gebessert: Jetzt sind es nur noch drei Gemeinderäte, in denen die Politik ausschließlich von Männern gemacht wird und zwar in Lahn, Klein Berßen und Dersum.

Mentoringprogramm als Erfolgsgeheimnis?

Anders sieht es etwa in den Gemeinderäten von Dörpen und Lähden aus: Hier liegt der Frauenanteil bei rund 40 Prozent. In Dissen am Teutoburger Wald gibt es sogar fast ein ausgeglichenes Verhältnis. Dort sind 45,5 Prozent der Ratsmitglieder weiblich. Ein Faktor für den gestiegenen Anteil könnte das Mentoringprogramm Frau.Macht.Demokratie sein: Insgesamt 19 Frauen aus Stadt und Landkreis Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim, die an dem Mentorenprogramm teilgenommen haben, haben jetzt ein politisches Mandat.

ASF fordert Bundestagspräsidentin

Das Thema ist nicht nur auf kommunaler Ebene präsent: Die Frauen in der SPD haben sich am Montag für eine Bundestagspräsidentin für die kommende Legislaturperiode stark gemacht. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) fordert, es müsse "zwingend" eine Frau Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble (CDU) werden. "Im Zukunftsprogramm der SPD wird das Jahrzehnt der Gleichstellung gefordert", sagte die ASF-Bundesvorsitzende Maria Noichl dem RND.

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Eine Lupe fokussiert eine rote Frauenfigur neben schwarzen Männerfiguren. © Fotolia.com Foto: yanlev

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Dieses Thema im Programm:

Regional Osnabrück | 18.10.2021 | 15:00 Uhr

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