Nordhorn Range, das Gelände des Übungsplatzes der Luftwaffe im Landkreis Grafschaft Bentheim. © dpa-Bildfunk

Feldjäger kontrollieren Nordhorn Range auf Wolfstouristen

Stand: 18.05.2021 14:42 Uhr

Auf dem Übungsplatz der Luftwaffe in Nordhorn leben sieben Wölfe, möglicherweise auch Welpen. Weil Fotos der Wildtiere begehrt sind, hat sich in der Grafschaft Bentheim ein Wolfstourismus entwickelt.

Die Bundeswehr setzt inzwischen Feldjäger auf der Nordhorn Range ein. Zweimal im Monat fährt die Militärpolizei aus Wilhelmshaven an dem Gelände Streife, auf dem gefährliche Munitionsreste aus 100 Jahren liegen. Zudem hat die Luftwaffe ihre eigenen Wachkontrollen verstärkt und Landwirte und Pächter gebeten, ebenfalls auf Fremde zu achten.

Eindringlinge erwartet Strafanzeige

Wer den militärischen Bereich betritt, muss mit einer Strafanzeige rechnen, sagte Kommandant Ralf Wieland zu NDR Niedersachsen. "Bislang hatten wir noch nicht den Fall, das wir eine Anzeige vergeben mussten." Im Kern gehe es darum, Präsenz zu zeigen - gerade an den Stellen, an denen es viel Publikumsverkehr gebe oder von denen Wolfsfreunde glauben, dass man auf das Gelände gehen könne.

Gefährderanschreiben an Urheber von Facebook-Fotos

Auf einer niederländischen Facebook-Seite haben rund 700 Nutzer Wolfsfotos aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet veröffentlicht. Darauf sind auch Aufnahmen vom Bundeswehrgelände in Nordhorn zu sehen - inklusive Lagerfeuerromantik. Der Staatsschutz hat dem Urheber der Fotos ein Gefährderanschreiben geschickt. Das solle ihn von weiteren Besuchen auf der Nordhorn Range abhalten, sagte der zuständige Lingener Polizeibeamte Hans-Jürgen Klünder dem NDR. Das Schreiben sei wie ein erhobener Zeigefinger. Der Mann würde bei einem erneuten Betreten des Geländes eine sogenannte Vorsatztat begehen. Auf das Schreiben habe er bislang nicht reagiert.

Weitere Informationen
Bombenabwurfplatz Nordhorn Range © picture-alliance Foto: Friso Gentsch

Nordhorn Range: Wolfstouristen begeben sich in Lebensgefahr

Davor warnt die Polizei. Auf dem Militärgelände lebt ein Wolfsrudel, das Betreten des Bereichs ist aber streng verboten. (25.02.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

Regional Osnabrück | 18.05.2021 | 15:00 Uhr

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