Stand: 16.07.2017 12:30 Uhr

Entflohener Straftäter in NRW festgenommen

Rund zwei Tage nach seiner Flucht in Osnabrück hat die Polizei einen psychisch kranken Straftäter am Sonnabend in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte er am späten Nachmittag versucht, ein Bekleidungsgeschäft in Mönchengladbach zu überfallen. Der 30-jährige Mann bedrohte eine Verkäuferin und forderte Bargeld. Als er keines bekam, flüchtete er und wurde kurze Zeit später in der Nähe des Tatorts von Beamten der Bundespolizei festgenommen.

Ein Flur in einer Psychiatrie in Osnabrück. © NDR

30-Jähriger flieht aus Maßregelvollzug

Niedersachsen 18.00 Uhr -

Ein 30-jähriger Straftäter ist während eines Ausgangs in Osnabrück geflohen. Seit zwei Jahren war der Mann in einer Klinik untergebracht - er ist psychisch krank.

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Einkaufstour zur Flucht genutzt

Der 30-Jährige hatte am Donnerstag einen Ausgang genutzt, um zu fliehen. Laut niedersächsischem Sozialministerium waren er und drei weitere Patienten mit einem Aufpasser in Osnabrück zum Einkaufen unterwegs. Als dieser in einem Schnellimbiss auf die Toilette ging, habe der 30-Jährige sich abgesetzt, so eine Ministeriumssprecherin. Ihren Angaben nach ist der Mann wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung verurteilt und war drogenabhängig. Seit zwei Jahren befindet er sich in der Psychiatrie des Osnabrücker Klinikums und sei "bisher unauffällig" gewesen, so die Sprecherin. Vorwürfe des CDU-Fraktionsvizes im Niedersächsischen Landtag, Reinhold Hilbers, über eine nur ungenügende Information wies sie zurück: Der Landtag sei umgehend informiert worden.

1.280 Patienten im Maßregelvollzug

Wenn psychisch Kranke oder Süchtige Straftaten begehen, ist die Unterbringung in einer Klinik möglich. Viele dieser Patienten dürfen den sogenannten Maßregelvollzug zeitweise auch ohne Begleitung verlassen. Bis Ende Mai waren 1.280 Patienten in Niedersachsen im Maßregelvollzug.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.07.2017 | 12:00 Uhr