Stand: 01.02.2018 16:58 Uhr

Elf Identitäten: Haftstrafe für Asylbewerber

Zwei Jahre und acht Monate Gefängnis wegen gewerbsmäßigen Betrugs - so lautet das Urteil des Nordhorner Amtsgerichts gegen einen Asylbewerber. Er hatte sich mehrere Identitäten zugelegt, um parallel in verschiedenen Orten Unterstützung zu kassieren.

Ausweisdokument "Aufenthaltsgestattung"

Sozialbetrug: Asylbewerber muss ins Gefängnis

Hallo Niedersachsen -

Weil er sich elfmal unter verschiedenen Namen bei den Behörden gemeldet und Sozialleistungen kassiert hat, wurde ein Asylbewerber zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

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Elfmal gemeldet

Zwischen 2015 und 2016 hat sich der Mann nach Auffassung des Gerichts elfmal in verschiedenen Ausländerbehörden gemeldet und falsche Personalien angegeben, unter anderem in der Grafschaft Bentheim und in Bramsche. Mit dem Geld wollte er nach eigenen Angaben seine Familie im Sudan unterstützen.

Angeklagter legte Geständnis ab

Mit ihrem Urteil blieb die Kammer unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von drei Jahren Haft. Sein umfassendes Geständnis habe für den Angeklagten gesprochen, erklärte Gerichtssprecher Torsten Rieger. Zugleich sei aber "eine gewisse kriminelle Energie" erkennbar, außerdem sei der angerichtete Schaden mit rund 70.000 Euro sehr hoch. Die wahre Identität des Mannes hat das Gericht indes nicht eindeutig klären können. Grundlage der Anklage waren seine ersten Angaben zur Person. Denen zufolge wurde der Mann 1990 im Sudan geboren.

Sozialbetrüger nutzten Stress in der Aufnahmebehörde aus

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Mit derselben Masche hatten sich Hunderte Männer Leistungen erschlichen, als Behörden wegen der großen Zahl von Flüchtlingen 2015 und 2016 stark überlastet waren. Vor rund zwei Jahren waren die Landesaufnahmebehörden überfüllt, jeden Tag kamen neue Schutzsuchende. Betrüger nutzten den Stress der Behördenmitarbeiter für ihre Zwecke aus: Man ließ sich einen Bart wachsen oder setzte eine Brille auf, ließ sich unterschiedliche Namen und Geburtstage einfallen. Die sogenannten Alias-Identitäten führten dann dazu, dass eine Person nicht auf eine Kommune, sondern gleich auf mehrere verteilt wurde. Jeden Monat konnten die Asylbewerber dann Geld kassieren. Mitarbeitern der Landesaufnahmebehörde Braunschweig fiel schließlich auf, dass einige Männer sich auf Fotos extrem ähnelten. Sie meldeten die Fälle der Polizei.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 01.02.2018 | 17:00 Uhr

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