Das Gegenteil von "dumm gelaufen" - Straßenkunst mit Tempo

Stand: 11.04.2021 12:33 Uhr

Elefant, Seepferdchen und Spinne: Die Lieblingsmotive von Patrick Kaczynski aus Melle sind Tiere. Und die läuft er, Kilometer für Kilometer, mit einem GPS-Sender im Gepäck, aufgezeichnet in einer App.

von Josephine Lütke

Die Tiere seien eben flexibel, sagt der Sportler. "Ob das Beinchen weiter vorne oder hinten ist, ist nicht so wichtig. Die Tentakel eines Kraken können ja in alle Himmelsrichtungen laufen." Die Planung seiner Strecke ist so deutlich einfacher. Denn er plant jedes Motiv vor seinem Lauf auf einer Karte. Straße für Straße zeichnet er nach, bis ein Bild zu erkennen ist. Und genau diese Strecke läuft er schließlich. Besonders schwierig seien Motive, die geometrisch sind. "Man braucht dann beispielsweise zwei Straßen, die exakt parallel verlaufen", sagt er.

Mehr als 30 Bilder sind schon entstanden

Der 30-Jährige läuft rund 100 Kilometer pro Woche. Seine Strecke zeichnet er über GPS mit einer Routen-App auf. Nach dem Lauf wird sie dann sichtbar. Und so kam er auch auf die Idee: "Eines Tages bin ich eine Route gelaufen, die einem Tier ähnelte. Ich konnte aber noch nicht so ganz identifizieren, was es war." Also nahm sich Kaczynski vor, seine Strecken künftig so zu planen, dass die Motive klar zu erkennen sind. Seit September sind mehr als 30 Bilder entstanden. Zuletzt wurde er von einem Kamerateam des NDR begleitet, als er den Schriftzug des Senders lief. 

Positive Resonanz und Inspiration

Seine Motive veröffentlicht Kaczynski auf seiner Homepage. "Straßenkunst in Laufschuhen" nennt er sein Projekt. Die Reaktionen seien durchweg positiv, sagt er. "Die Resonanz ist groß und die Leute fühlen sich inspiriert, auch Bilder zu laufen. Und das wiederum inspiriert mich, weitere Bilder zu laufen."

Eine Kurve wird zur Hundeschnauze

Sein Laufprojekt hilft Kaczynski auch, seine Stadt Melle besser kennenzulernen. Seit eineinhalb Jahren wohnt er hier. Das Bilder-Laufen biete ihm die Möglichkeit, aus einem unscheinbar wirkenden Wegenetz etwas herauszuholen, das auf den ersten Blick nicht sichtbar sei. "Manchmal sehe ich in einer Straße oder in einer Kurve eben nicht die reine Straße, sondern die Schnauze eines Hundes. Und so weiß ich, dass ich gerade über eine Hundeschnauze laufe, wenn ich diese Strecke ein zweites Mal laufe." Wenn Corona es wieder zulässt, will Kaczynski reisen und seine Motive auch in anderen Städten laufen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 10.04.2021 | 19:30 Uhr

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