Stand: 11.01.2020 16:26 Uhr

Australische Buschfeuer: Wie zehntausend Moorbrände

Auf einer Bildkombo ist auf der linken Seite eine Luftaufnahme des Moorbrandes auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Meppen 2018 und auf der rechten Seite eine Luftaufnahme der Buschbrände in Australien 2019/2020 zu sehen. © dpa/picture-alliance Foto: Lars Schröer/Glen Morey
Nur auf den ersten Blick scheint es Ähnlichkeiten zwischen dem Moorbrand im Emsland (l.)und den Buschbränden in Australien (r.) zu geben.

Die derzeitigen Buschbrände in Australien dürften bei so manchem Norddeutschen Erinnerungen an den Herbst 2018 wecken. Damals war nach Raketentests auf einem Gelände der Bundeswehr das Moor bei Meppen in Brand geraten. Das Feuer schwelte wochenlang und stellte die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Der Rauch war zeitweise sogar im mehr als 100 Kilometer entfernten Bremen und auf Satellitenbildern zu sehen. Und dennoch war der Moorbrand nur ein "Fünkchen" im Vergleich zur beispiellosen Katastrophe in Australien.

Brandfläche größer als Norddeutschland

Anhand einer Karte wird das Größenverhältnis zwischen dem Moorbrand in Meppen 2018 und dem Buschfeuer in Australien verglichen. Der blau eingefärbte Teil Norddeutschlands stellt flächenmäßig das Buschfeuer dar. Der Moorbrand wird in rot dargestellt. © NDR
Während beim Moorbrand lediglich zwölf Quadratkilometer (rot markiert) betroffen waren, ist in Australien eine Fläche abgebrannt, die so groß ist wie die fünf norddeutschen Bundesländer zusammen plus der Norden von Brandenburg (blaue Fläche).

Verglichen mit der Katastrophe in Australien waren die Ausmaße des Moorbrands jedoch verschwindend gering. Während im Emsland gerade einmal eine Fläche von etwa zwölf Quadratkilometern betroffen war, haben die Feuer in Down Under bislang bereits mehr als 100.000 Quadratkilometer Land zerstört. Das entspricht der Fläche aller fünf norddeutschen Bundesländer zusammen plus dem nördlichen Teils des Landes Brandenburg.

Keine Regenfälle in Sicht

Aktuell hat leichter Regen den Einsatzkräften in den Buschbrandgebieten eine leichte Atempause verschafft. Die Brände können nach Auskunft der Behörden allerdings nur durch ergiebige Regenfälle gestoppt werden. Es gebe aber keine Anzeichen, dass es dazu in den kommenden Monaten kommen werde, heißt es. Der Moorbrand im Emsland dagegen konnte nach rund fünf Wochen gelöscht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.01.2020 | 12:00 Uhr

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