Stand: 26.02.2020 18:15 Uhr

Bode zu Entschädigungen: Entscheidung nächste Woche

Ein Jahr nach der Präsentation eines Konzepts zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch hat der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Mittwoch ein erstes Zwischenfazit gezogen. Er rechnet im Ringen um Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer in der nächsten Woche mit einer Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz. Die bisher gezahlten Entschädigungen seien aus seiner Sicht deutlich zu niedrig, sagte Bode. Die Höhe der Zahlungen müsse sich an dem orientieren, was außerhalb der Kirche an Schmerzensgeldzahlungen üblich sei. Er denke an eine monatliche Opferrente für die Betroffenen.

Zahlungen aus Immobilienverkauf finanzieren?

Die Bischofskonferenz hat beim Thema Entschädigungen bisher keine gemeinsame Linie gefunden. Am Montag beginnt in Mainz (Rheinland-Pfalz) die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Für sein Bistum erklärte Bode, dass er die Zahlungen an die Opfer nicht aus Kirchensteuereinnahmen finanzieren wolle, sondern aus dem Vermögen der Diözese - zum Beispiel aus dem Verkauf von Immobilien.

"Geistlicher Missbrauch" rückt in den Fokus

Der sogenannte Schutzprozess, der vor einem Jahr im Bistum Osnabrück gestartet ist, soll zur Aufarbeitung des gesamten Missbrauchskomplexes unter Beteiligung externer Experten beitragen. "Das ist von höchster Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Bistums", sagte Bode. Künftig solle auch der Aspekt des "geistlichen Missbrauchs" stärker in den Fokus genommen werden, bei dem Menschen mittels biblischer Aussagen, theologischer Inhalte oder spiritueller Praktiken unter Druck gesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 26.02.2020 | 08:30 Uhr

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